Nach Prügel-Vorwürfen: Hitlergruss im Asylzentrum Kreuzlingen?

Im Empfangzentrum Kreuzlingen sollen missliche Zustände herrschen. Von prügelnden Securitas ist die Rede. Sogar den Hitlergruss soll eine gemacht haben.

Der Bund lässt Vorwürfe gegen das Asyl-Empfangszentrum Kreuzlingen und die dort tätige Sicherheitsfirma untersuchen, die ein Undercover-Journalist in der «SonntagsZeitung» publik gemacht hat. (Archivbild) play
Der Bund lässt Vorwürfe gegen das Asyl-Empfangszentrum Kreuzlingen und die dort tätige Sicherheitsfirma untersuchen, die ein Undercover-Journalist in der «SonntagsZeitung» publik gemacht hat. (Archivbild) Keystone/GIAN EHRENZELLER

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Werden im Asylzentrum Kreuzlingen TG Flüchtlinge misshandelt? Bereits 2011 erhob Amnesty International Vorwürfe gegen dortige Securitas-Mitarbeiter. Von Tritten, Schlägen und Beleidigungen war die Rede. Nach der umstrittenen Undercover-Reportage eines deutschen Journalisten, welche die «Sonntagszeitung» am 16. Januar veröffentlichte, war auch die «WOZ» vor Ort und nahm einen Augenschein.

Eine anonyme Mitarbeiterin sagt da beispielsweise: «Seit Jahren kursieren unter uns Mitarbeitern Gerüchte, dass das Sicherheitspersonal Leute schlägt.» Tatsächlich gesehen habe es jedoch niemand.

Trotzdem: Offenbar gab es im Dezember zwischen den Mitarbeitern der Asyl-Organisation Zürich (AOZ) und dem Pflegepersonal eine Aussprache, in der es um diverse dokumentierte Fälle verletzter Aylbewerber ging. Der letzte Fall geschah erst im Dezember: «Damals hat ein Securitas einem Asylbewerber mehrmals das Knie in den Bauch gerammt. Wobei man bei derartigen Aussagen vorsichtig sein muss: Von wem ging die Gewalt letztlich aus? Bei der Aufarbeitung steht Aussage gegen Aussage.»

Dass es im Asylzentrum regelmässig zu Zusammenstössen zwischen der Securitas und den Flüchtlingen kommt lässt auch diese Aussage vermuten: «Einmal sah ich eine Securitas-Mitarbeiterin, wie sie den Hitlergruss machte.» Manchmal würden bei den Mitarbeitern die Sicherungen durchbrennen.

Ein Grund dafür sei die massive Belastung, so ein Mitarbeiter: «In den letzten zwölf Monaten kamen so viele Flüchtlinge in die Schweiz wie seit zwanzig Jahren nicht mehr, und ein erheblicher Teil davon kommt über Kreuzlingen ins Land.» Es könne vorkommen, dass an einem Wochenende drei Asylzentrum-Mitarbeiter und zehn Securitas-Mitarbeiter 400 Asylbewerber betreuen würden: «Man rennt nur noch. Es ist ja durchaus so, dass gewisse Asylbewerber sehr schwierig sind oder zum Teil auch aggressiv. Du stehst den ganzen Tag unter Stress, und du versteht sie nicht und sie verstehen dich nicht, und plötzlich flippt einer aus und schubst dich. Der Job ist alles andere als einfach.»

Stimmen diese Vorwürfe? Die Securitas selbst will sich gegenüber der «WOZ» wegen dem «laufenden Verfahren» nicht dazu äussern. Martin Reichlin, Sprecher des Staatssekretariat für Migration, sagte nach Erscheinen der «Sonntags Zeitung»-Reportage, dass die Vorwürfe von einer externen Stelle untersucht würden.

Sicher ist, dass laut einer internen Mail des AOZ, welche «WOZ» vorliegt, «sich die Klagen über Fehlverhalten von Mitarbeitenden der Securitas gehäuft» hätten.

Ob sich die Stimmung im Empfangszentrum Kreuzlingen bald ändern wird? Das steht in den Sternen. (any)

Publiziert am 28.01.2016 | Aktualisiert am 28.01.2016
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  • Daniel  Zaugg 28.01.2016
    Ich weiss, hier ist nicht gerade das „Stimmungsumfeld“, um sowas zu sagen. Aber der Name Securitas sagt hier für mich bereits alles. Für diese „Sicherheitsleute“ ist es nicht der gewünschte Prestige-Einsatz. Somit werden sie noch aggressiver auftreten als sonst. Es gibt jedoch leider kaum eine Sicherheitsfirma, wo nicht Leute arbeiten, welche doch so gern Polizist geworden wären, jedoch nicht durften…
  • Peter  Weber aus Zürich
    28.01.2016
    Also in Nahost ist Hitler Kult, sein Buch gibt es dort in den Bibliotheken und Buchläden, und wenn jemand zu dir sagt"du siehst aus wie eine Hitler" dann ist das nicht als Beleidigung gemeint, sondern eine Statusanerkennung. Ja die arabische Welt hat halt keine Schweizer Massstäbe.
  • jürg  frey aus teufen
    28.01.2016
    Halt, halt, da war doch dieser Undercover - Typ im Talk Täglich der hat behauptet er habe Beweise, dass es anders ist. Die würden täglich die Grenze nach Deutschland überschreiten, obwohl nicht gestatten in diesem Status. Beide Seiten anhören bitte!
  • Michael  Meienhofer aus Ostermundigen
    28.01.2016
    Irgendwo findet man immer ein Opfer. Tatsache ist, dass viele Immigranten auf Uniformen wie ein rotes Tuch reagieren.Zweitens wissen viele Immigranten, was sie von unserem Staat fordern können und möchten dann dies gleich umgesetzt haben - wenn nicht, wird Druck mit verschiedenen Mitteln ausgeübt weil sie genau wissen, wer ausgeschafft werden kann und wer nicht - sie haben also nichts zu verlieren.
    • Marco  Weber 28.01.2016
      Und die besten Opfer sind immer die "anderen"
  • gregor  Surer aus ebikon
    28.01.2016
    @Reto Burri: der Vergleich hinkt sehr mit den 30er Jahren .. aber die grosse Politik steuert eher Richtung 1917 ... zu einer Einheitspartei die alles weiss, kann und die Meinungen für all macht! Securitas sind keine geschulten Pädagogen und gehen Sie mal in solch eine Unterkunft und schauen die Zustände welche viele der Gäste herstellen mit Aggressionen und Provokationen.