Nach Kritik von Jacqueline Fehr: Kesb-Gegnerin Zoë Jenny sauer

Die Schriftstellerin und Kesb-Gegnerin ist «enttäuscht» über die persönlichen Angriffe der Zürcher Justizdirektorin. Dafür ist ihre Kesb-Initiative im Kanton Schwyz zustande gekommen.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Sonderkommando stürmt Haus in Düsseldorf - Mann (35) verhaftet Paul (12)...
2 Der erschütternde Bericht der Kindsmörderin von Flaach ZH Darum tötete...
3 Deutscher Koch Werner C. (35) in Haft Er lauerte Paul im Internet auf

Schweiz

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
58 shares
27 Kommentare
Fehler
Melden

Zoë Jenny (41) gehört zu den schärfsten Kritikern der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden (Kesb). Nach dem Fall Flaach ZH startete die Schriftstellerin eine Initiative gegen die Kesb in ihrer heutigen Form. Sie fordert mehr Bürgernähe der Behörde, damit sich ein solcher Fall nicht wiederholt.

Am Neujahrstag 2015 hatte eine Mutter in Flaach ZH ihre beiden Kinder getötet, weil sie sie nicht ins Heim geben wollte. Vergangene Woche entlasteten nun Gutachter die Kesb. Die Mutter sei psychisch krank, die Tat nicht vorhersehbar gewesen. Kurz danach ging die Zürcher Justizdirektorin Jacqueline Fehr in einem Interview mit der «SonntagsZeitung» hart ins Gericht mit Zoë Jenny.

Sie habe sich vorschnell und mit Mutmassungen ein Urteil gebildet, so Fehr. Auch bei ihrer eigenen Trennung habe Jenny über die Stränge geschlagen: “Sie hat sich lange und lautstark beklagt, und irgendwann trat ihr Ex-Partner ganz bescheiden auf und sagte: Vielleicht war es doch noch ein bisschen anders.”

Die Kritik enttäuscht Zoë Jenny: “Es ist ungeheuer, dass eine Regierungsrätin so über eine Bürgerin spricht, die sich politisch engagiert.” Ihre eigene Geschichte mit der Kesb spiele im Zusammenhang mit dem Fall Flaach keine Rolle. Fehr greife sie persönlich an. “Ihr fehlen offenbar gute Argumente, mit denen sie mir auf Sachebene begegnen kann. Und sie will vom Versagen ihrer eigenen Leute ablenken.” Jenny bezeichnet die Pressekonferenz von letzter Woche und das Gutachten des Psychiaters Frank Urbaniok als “Schauprozess gegen eine Tote”.

Kesb soll in Schwyz wieder Gemeindeaufgabe werden

Doch Jenny will, nach dem fernmündlichen Duell mit Justizdirektorin Fehr, nach vorne schauen. Sie schreibt an einem Buch und will sich weiterhin auf ihre Initiative konzentrieren. Einen ersten Erfolg kann sie verbuchen: Als erster Kanton wird Schwyz innerhalb eines Jahres über die Arbeit der Kesb abstimmen. Am 4. März wird Jenny und ihre Mitstreiter rund 4000 beglaubigte Unterschriften einreichen. Gesamthaft sammelte das Komitee 5000 Unterschriften. Es soll erreichen, dass das Vormundschaftswesen zurück in die Obhut der Gemeinden geht.

Eine entsprechende Initiative sei auch auf Bundesebene geplant.

Publiziert am 02.02.2016 | Aktualisiert am 02.02.2016
teilen
teilen
58 shares
27 Kommentare
Fehler
Melden

TOP-VIDEOS

27 Kommentare
  • Erich  Ruoff aus Steffisburg
    03.02.2016
    "Gutachter entlasten die KESB" das muss man sich zuerst auf der Zunge zergehen lassen! Ist ja klar. (oft heisst es dann noch unabhängige) Wer hat dieses Gutachten in Auftrag gegeben und bezahlt. Es wurden keine Verfehlungen festgestellt, höchstens in einigen Nebenschauplätzen könnten ev ein paar Verbesserungen vorgenommen werden, wenn man möchte. So geht das, wenn sich das System selbst überwacht. Der Gutachter braucht ja auch Futter. Des Brot ich ess, des Lied ich sing. So einfach geht das!
  • Regina  Möckli , via Facebook 03.02.2016
    Gesunder Menschenverstand wirft Fragen auf: Kann ein Gutachter neutral sein, wenn der Selbstmord in seiner Anstalt geschah? Wie kann eine Mutter im Nachhinein eine psychopathische Mörderin werden und zuvor erkennt es keiner? Wie häufig tötet eine gesunde Mutter? eine belastete? eine kranke? eine unterstützte? eine verachtete Mutter ihre Kinder, sich selbst? Wem, bzw. welchem System diente der Tod der sich krank fühlenden Mutter, der Kinder?
  • Susanne  Reich 03.02.2016
    Die KESB hat m.E. keine Chance, sollte es zu einer Abstimmung kommen. Wir haben langsam gelernt, dass die braven Schäfchen ruhig auch mal aufmucken müssen. Dass eine RR sich derart äussert, scheint als Ursache nur zu haben, dass sie sich an einer empfindlichen Stelle getroffen fühlt. Weshalb stemmt sie sich so gegen eine Änderung? Zudem scheinen im Fall Flaach eklatante Fehler gemacht worden zu sein. Psych. Kranken sollte die KESB zudem gewachsen sein. Dafür ist sie u.a. da.
  • Simon  Gerber aus Jegenstorf
    03.02.2016
    Wieso muss die Zoe Jenny jetzt auch noch vom Ausland her zu allem ihren Senf geben. Soll doch einfach glücklich werden in Österreich mit Ihrem Kind, dass seinen Vater nicht sehen darf.
    Nur weil mal ein Buch etwas erfolgreich war, hat Sie das Gefühl sie sei eine Starautorin.
  • Toni  Brunner aus Dasmarinas/Cavite/Philippines
    03.02.2016
    “Es ist ungeheuer, dass eine Regierungsrätin so über eine Bürgerin spricht, die sich politisch engagiert.”
    Aber es ist selbstverständlich voll ok, wenn eine frustrierte Wutbürgerin über Politiker und Behörden herzieht....?!? So von wegen "Schauprozess gegen eine Tote".
    Frau Jenny, so wie man in den Wald ruft, hallt es gelegentlich wider...
    Und noch zur Erinnerung, Jenny hat damals selber für sich die KESB eingeschaltet, nur hat ihr das Resultat nicht gepasst.
    Die Frau ist nur noch ätzend...!