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Düstere Zukunftsprognosen vom Headhunter: Ex-Armeechef Roland Nef.
Ex-Armeechef Roland Nef nützte seinen Auftritt auf «TeleZüri» auch dazu, um Werbung für seine Jobsuche zu machen. Er habe «einige Bewerbungen» abgeschickt. Bisher erfolglos. Doch: «Ich glaube an meine Fähigkeiten und will sie der Gesellschaft zur Verfügung stellen», sagte Nef.
«Eine katastrophale Aussage. Da fragt sich doch jeder gleich: welche Fähikgkeiten? Diejenigen, die in der Presse über seine Ex-Freundin zu lesen waren?», sagt Unternehmensberater Peter Odermatt von Management Solutions International.
Um einen Job zu finden, wären für ihn eher die Fähigkeit gefragt gewesen, dass Roland Nef öffentlich Fehler zugibt und ein gewisses Mass an Einsicht an den Tag gelegt hätte. Odermatt: «Das war die schlimmste PR die sich jemand selber antun kann. Damit hat sich Nef für seine Jobsuche ins Offside katapultiert.»
Auch Headhunter Marc Schenk, Firmeninhaber von Schenk und Partner, kann über den TV-Auftritt von Nef nur den Kopf schütteln. «Ich war erstaunt, dass Herr Nef jetzt wieder in der Öffentlichkeit auftritt. Man hatte ihn schon fast vergessen. Doch jetzt ist er wieder in aller Munde und all das Negative wird wieder erwähnt. Für eine Jobsuche ist das eher kontraproduktiv. Dieser Auftritt hat ihm mehr geschadet als genützt. Wer immer ihm dazu geraten hat – es war definitiv ein schlechter Rat in Bezug auf seine künftigen Bewerbungen.»
Für Schenk steht auch fest: «Wegen der Wirtschaftssituation kann ein Arbeitgeber heute meist unter vielen guten Leuten den Besten auswählen. Roland Nef mit seiner negtiven Vorgeschichte hat es da sicher eher schwer.»
Der Ex-Armeechef ist kein Einzelfall. Auch der in die Schweiz zurückgekehrte Ex-Wachmann Christoph Meili hat es schwierig einen Job zu finden. Ebenso Dino Bellasi, Ex-Agent des Schweizer Nachrichtendienstes. Er fand jahrelang keinen Job mehr, nachdem sein Fall gross in der Presse erschien. Bellasi hat den Staat um Millionen erleichtert, um angeblich eine Geheimarmee aufzubauen. Nach verbüsster Strafe wollte ihn niemand mehr anstellen.
Headhunter sehen aber doch einen Unterschied zwischen Ex-Armeechef Nef und Meili: Der Ex-Wachmann könne beispielsweise auch in einem Warenhaus im Hintergrund arbeiten und finde eher ein Job.
Für den Ex-Armeechef gilt dies nicht, findet Schenk: «Roland Nef hatte in den letzten Jahren stets Führungsaufgaben. Ob ihm jedoch eine Schweizer Unternehmung eine solche geben wird, ist fraglich. Denn eines ist klar: Der nächste Arbeitgeber von Roland Nef wird im Rampenlicht stehen, was für die Stellensuche von Nef leider negative Auswirkungen haben kann.»