
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar abzugeben.
Wenn Sie ein Konto bei Facebook haben, können Sie sich damit anmelden.
Die Wirtschaftskrise macht auch vor den jüngsten Arbeitnehmern nicht Halt: 263 UBS-Lehrlinge legen im Sommer die Abschlussprüfung ab. Aber nur mindestens die Hälfte kann die UBS weiter beschäftigen, sei es mit Festanstellungen, internen Förderprogrammen oder befristeter Arbeit.
Millionen für Boni und keine Perspektive für die Lehrlinge: Das sei natürlich ein Skandal, sagt Elena Obreschkow von der Gewerkschaft Unia. Doch sie kenne noch weit schlimmere Quoten: «Immerhin behält die UBS die Hälfte der Lehrlinge. Es gibt viele Unternehmen, die gar keine Lehrlinge weiterbeschäftigen.»
60000 arbeitslose Jugendliche im Jahr 2010
Auch der Industriekonzern Rieter malt schwarz: Bisher habe er rund 50 bis 60 Prozent seiner Stifte eine Stelle angeboten. Dieses Jahr seien es aber klar weniger, schätzt Kommunikations-Chef Peter Grädel.
Andere Grossbetriebe hoffen darauf, wenigstens ihre Quote halten zu können: Sowohl Credit Suisse als auch Swiss Life, der Industrie-Konzern ABB und die Pharma-Multis Novartis und Roche gehen gemäss der Umfrage von Blick.ch davon aus, dass sie gleich viele Lehrabgänger übernehmen wie in früheren Jahren.
Vor allem bei den kleinen und mittleren Unternehmen sieht es aber düster aus. In der Krise wird es für sie immer schwieriger, für ihre Lehrlinge auch entsprechende Stellen zu schaffen. Der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) warnt denn auch vor dem Kahlschlag bei den Lehrstellen.
«Wir rechnen damit, dass bis Ende Jahr 10000 Jugendliche arbeitslos werden», sagt Jean Christophe Schwaab vom Schweizerischer Gewerkschaftsbund SGB. Insgesamt wären im 2010 dann laut SBP-Prognosen zwischen 50000 und 60000 Jugendliche arbeitslos.
Hoch motiviert, bestens ausgebildet – und arbeitslos
Ob UBS oder Kleinbetrieb: Klar ist, dass im kommenden Sommer viele junge Menschen nach einer mehrjährigen Lehre auf der Strasse stehen werden. Sie haben sich ins Zeug gelegt, gearbeitet, gebüffelt, an Prüfungen geschwitzt, um Noten gekämpft und am Ende sagt ihr Arbeitgeber: «Danke und Tschüss!»
Für Andrea Ruckstuhl von KV Schweiz ist das eine Katastrophe: «Die Weiterbeschäftigung nach der Ausbildung ist einer der stärksten Hebel gegen Arbeitslosigkeit», sagt Ruckstuhl. Auch rein wirtschaftlich würde es Sinn machen: «Schliesslich sind Lehrabgänger fast immer hoch motiviert und bestens ausgebildet.»
Nach der Stifti aufs Arbeitsamt. Schreiben Sie uns Ihre Meinung zu den Lehrabgängern ohne Stelle!
play
Lehrlinge an der Arbeit: Nach der Ausbildung müssen viele aufs Arbeitsamt (Keystone)