Nach Anzeige gegen M. K. (52): Staatsanwaltschaft eröffnet Strafuntersuchung! Was trieb der Sozialamts-Mitarbeiter alles in Hägendorf?

HÄGENDORF SO - M. K. (52) wurde im Oktober bei der Sozialregion Untergäu SRU fristlos entlassen. Er soll Klientinnen in zu teuren Wohnungen toleriert und dafür mehr als nur ein Danke erwartet haben. Nun hat die Staatsanwaltschaft eine Strafuntersuchung eröffnet.

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Es sieht nicht gut aus für M. K.* (52). Der Mitarbeiter der Sozialregion Untergäu SRU in Hägendorf SO wurde im Oktober fristlos entlassen. Er soll Sozialhilfeempfängerinnen in zu teuren Wohnungen toleriert und dafür sexuelle Dienste erwartet haben. Die damalige Anzeige seines Arbeitgebers wurde laut BLICK-Recherchen nun ausgedehnt.

«Die Staatsanwaltschaft hat eine Strafuntersuchung wegen mehrfachen versuchten Ausnützens der Notlage und wegen mehrfachen versuchten Amtsmissbrauchs eröffnet», sagt Sprecherin Cony Zubler. Sie ergänzt: «Es wird nun geprüft, ob es diesbezüglich zu strafbaren Handlungen gekommen ist oder nicht.»

Es gab eine Hausdurchsuchung

Schon wenige Tage nachdem Opfer Anna-Maria D.* (56) Anfang November die Masche von M. K. öffentlich machte, fand beim Sozialamts-Grüsel eine Hausdurchsuchung statt. Auch sein Geschäfts-PC wurde für weitere Ermittlungen abgeholt. Was daheim und auf dem Dienst-PC alles gefunden wurde, ist unklar. Offenbar liegt aber ein E-Mail-Verkehr vor, der M. K. schwer belastet.

Laut eines Opfers sollen nun den ganzen Dezember Einvernahmen mit weiteren mutmasslichen Opfern stattfinden. Es könnten mehr Frauen betroffen sein, als die bisher vermuteten zwölf Klientinnen. M. K. soll teils anzügliche Sprüche, derbe Angebote für Sex im Hotel gemacht oder allzu private Fotos von sich verschickt haben – auch über sein Geschäfts-Mail-Account. M. K. soll dabei immer wieder mit seiner Männlichkeit geprahlt haben.

Beschuldigter nicht in Untersuchungshaft

Doch warum sitzt der Beschuldigte nicht in Untersuchungshaft? «Weil keine Haftgründe vorliegen», so Cony Zubler. «Zudem weisen wir auf die geltende Unschuldsvermutung hin.»

Was M. K. tatsächlich getan hat oder nicht, werden die Untersuchungen zeigen. Zu BLICK sagte der Kaufmann und verheiratete Familienvater im November: «Ich habe doch nichts getan.»

* Namen der Redaktion bekannt

Publiziert am 12.12.2016 | Aktualisiert am 12.12.2016
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9 Kommentare
  • Donnarian  Unbekannt 12.12.2016
    Ich war mehrere Jahre einer seiner (männlichen) Clienten und ich hatte nicht den kleinsten Verdacht dass er sowas machen würde. Auch was die Wohnungsmiete angeht und andere Sachen wurden alle nach der SKOS-Richtlinien korrekt gehandhabt. Zu privaten Fragen gab er sich verdeckt und wich gerne Mal aus, aber das war auch schon alles.
    • Claudia  Lehner aus Zürich
      12.12.2016
      Bei Männern wird jeweils die "Unschulsvermutungsnummer" gezückt...aber die Frauen wurden bereits beim ersten Artikel aufs übelste gedemütigt...Frauenhasser runde?
    • Hugo  Stiglitz aus Frankreich
      12.12.2016
      Frau Lehner, bei solchen Sachen gibt es wohl oft Grauzonen. Hier koennen Fakten entweder unter- oder uebertrieben werden. Aber keiner weiss es, ausser die Betroffenen. Von daher ist jeder Kommentar hier eigentlich irrelevant, da nur gespickt von Vorurteilen und Wunschdenken etc..
  • Alexander  Schmieden aus Muri
    12.12.2016
    Wenn generell erst mal die Unschuldsvermutung besteht, frage ich mich, warum das Ganze i.d.Medien so hoch gespielt wird. Mag sein, dass er schuldig ist. Dann gebührt ihm die ganze Härte des Gesetzes.
    Wenn nicht, dann ist er bereits jetzt schon vorverurteilt und sein Leben ist mit Sicherheit ein Trümmerhaufen.
  • drafi  schweizer aus berg
    12.12.2016
    ich möchte gar nicht Wissen wie oft solche Positionen ausgenutzt werden, da dürfte die Dunkelziffer enorm hoch anzusetzen sein, wie soll sich denn eine Frau die in Nöten ist dagegen wehren, meistens glaubt man ihnen ja doch nicht, und die Häme die einer Frau entgegenschlägt dürfte die meisten davon abhalten sich zur Wehr zu setzen
  • Silvio  Valentino aus Winterthur
    12.12.2016
    Die juristische Unschuldsvermutung fusst auf den Grundsatz "In dubio pro reo", siehe Art. 11 Abs. 1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen von 1948: „Jeder Mensch, der einer strafbaren Handlung beschuldigt wird, ist solange als unschuldig anzusehen, bis seine Schuld in einem öffentlichen Verfahren, in dem alle für seine Verteidigung nötigen Voraussetzungen gewährleistet waren, gemäß dem Gesetz nachgewiesen ist". Ein Blick in Wikipedia erspart manche Peinlichkeit ...
  • Roger  Berger 12.12.2016
    Wie kann man von einer Unschuldsvermutung sprechen, die es juristisch gar nicht gibt? Wer sich als verheirateter Mann in einer sozialen Entscheidungsposition dermassen benimmt, ist nicht unschuldig. Ein schlechtes Vorbild für seine Familie. Und wo blieb die Kontrolle der Vorgesetzten über die Mietverträge, und somit der Zuschüsse, für die Wohnungen? Warum konnte dies einfach geschehen? Vetrauen ist gut, Kontrolle besser! Es sind unsere Steuergelder, die verpufften.
    • Mirco  Meier 12.12.2016
      EMRK: Art. 6 Abs. 1: "Jede Person, die einer Straftat angeklagt ist, gilt bis zum gesetzlichen Beweis ihrer Schuld als unschuldig."
      StPO Art. 10 Abs. 2: "Unschuldsvermutung und Beweiswürdigung:
      Jede Person gilt bis zu ihrer rechtskräftigen Verurteilung als unschuldig."
    • Silvio  Valentino aus Winterthur
      12.12.2016
      @Mirco  Meier: Das finde ich lustig, dass bei Ihrem Post bereits eine Gegenstimme zu verzeichnen ist.