Nach 36 Jahren ist Sendeschluss bei «Vis-à-vis» Hier wurde geredet, nicht geplappert

Eine kleine, aber feine TV-Institution geht in Rente: Am Sonntag gibts zum letzten Mal «Vis-à-vis» mit Frank A. Meyer. Über 300 Prominente hatte der SonntagsBlick-Kolumnist als Gäste in seiner Sendung. Zum Abschluss gibts ein Gespräch in eigener Sache.

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Fast genau vor 36 Jahren lief «Vis-à-vis» zum ersten Mal über den TV-Sender. 36 Jahre! Eine Ewigkeit im schnelllebigen Mediengeschäft. SonntagsBlick-Kolumnist Frank A. Meyer (72) lud in dieser Zeit über 300 prominente Gäste ins Studio ein. Der erste war im November 1980 der damalige Divisionär Gustav Däniker, der letzte Schauspielerin Marina Gedeck. Dazwischen sassen ihm alle gegenüber, die vorab im deutschsprachigen Raum etwas – überdies Interessantes – zu sagen haben: Bundesräte, Bundeskanzler, Schriftsteller, Firmenchefs, Philosophen, Künstler. Darunter Helmut Kohl, Gerhard Schröder oder Angela Merkel, auf die Meyer setzte, bevor sie Kanzlerin wurde. Oder intellektuelle Schwergewichte wie Peter Sloterdijk, Hans Magnus Enzensberger und mehrmals Schriftsteller Martin Walser, zu dem sich eine Freundschaft entwickelte. 

«Vis-à-vis» war keine Talkshow – es wurde weder gequasselt, noch eine Show abgezogen. Nicht Interview-Fragen wurden abgearbeitet, sondern Gespräche geführt. Meyer moderierte nicht, er verstand sich als Gastgeber, der sich auf sein Gegenüber einliess und sich selber einbrachte. «Es war immer eine menschliche Begegnung», sagt er. 

So schlicht in der Anlage und geistig anregend die Sendungen waren, es gab auch hoch emotionale Momente. Meyer erinnert sich, wie ihm und Gesprächspartner Hans Hürlimann vor laufender Kamera die Tränen kamen, als der damalige Bundesrat 1981 über den Krebstod seines Sohnes Matthias sprach. Anfang der 1990er-Jahre wurde gar eine Sendung abgebrochen: Eine russische Studentin berichtete derart bewegt über die Endzeit der Sowjetunion, dass sie und Meyer von den Gefühlen überwältigt wurden.

Diesen Sonntag strahlt 3sat die letzte Sendung aus (13.25 Uhr). Der Gastgeber ist selber Gast: Frank A. Meyer wird befragt von Christoph Schwennicke, Chefredaktor des Berliner Politikmagazins «Cicero».

Publiziert am 09.12.2016 | Aktualisiert am 26.12.2016
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11 Kommentare
  • Annemarie   Setz 10.12.2016
    Diese Sendung habe ich gerne verfolgt und nach meiner Meinung war sie gut. Aber eben, was irgendwie Gehalt und nennenswerten Inhalt hat, wird vom TV verbannt zugunsten seichter Unterhaltung und sentimentaler Show. Schade, aber typisch. Die Ansprüche der Fernsehzuschauer sinken offenbar rapide.
  • Arthur  Nix 10.12.2016
    Vis à vis mit Frank Aroma Meyer habe ich kein einziges Mal gesehen.
    Und - was für ein Wunder, ich lebe trotzdem immer noch.
  • Arthur  Nix 10.12.2016
    Vis à vis mit Frank Aroma Meyer habe ich kein einziges Mal gesehen.
    Und - ich lebe trotzdem immer noch.
  • kurt  oberle aus Havelsee
    10.12.2016
    Danke an Frank A. Meyer für die vielen wunderbaren Gespräche, die vom Zuhören lebten. An viele der interessanten Gäste erinnere ich mich heute noch. Talk-Shows, bei denen nur gequasselt jedoch kaum mehr zugehört wird, hat man am Tag darauf schon wieder vergessen.
  • kurt  schlup aus Holziken
    10.12.2016
    Ja es ist höchste Zeit das dieser Man in Rente geht. Und schon wieder 50=.Franken bei Billag die man Spart.