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Wenn Blicke töten könnten: Nicolas Sarkozy wird gerade vor einem Studio-Auftritt bei France 3 gepudert, als er einen Techniker grüsst und zu seiner Entrüstung keine Antwort erhält. «Unglaublich» murmelt Sarkozy, blickt den Techniker vernichtend an und sagt mehrmals drohend: «Das wird sich alles ändern.»
«Alles eine Frage der Erziehung», entrüstet sich Sarkozy. Was er sich offenbar nicht bewusst ist: Die Kameras laufen und nehmen den empörten Präsidenten auf. Das Video gelangte irgendwie von France 3 zu der Internetseite Rue 89. Journalist Augustin Scalbert veröffentlichte es im Jahr 2008 – und hat nun mächtig Ärger am Hals.
Jetzt musste er vor Gericht antraben. Er wurde vom Fernsehsender France 3 wegen Hehlerei und Diebstahl verklagt – im Höchstfall stehen darauf 5 Jahre Haft oder eine Geldstrafe von 375‘000 Euro (522‘000 Franken). Doch Scalbert ist überzeugt, dass Sarkozy hinter der Anklage steckt. «Es sieht schwer danach aus, als hätte er selbst Druck auf France 3 gemacht», sagt er.
Die Organisation «Reporter ohne Grenzen» ist empört und fordert eine Rücknahme der Anklage. «Die Zunahme der Gerichtsfälle, die von Journalisten verlangen, ihre Quellen offenzulegen, bedrohen den investigativen Journalismus in Frankreich», schreibt die Organisation in einer Mitteilung. (num)