Muscle-Car-Spezialist über die vielen Crashs der PS-Boliden «Darum vermieten wir keine Mustangs»

ZÜRICH - Die Anzahl der Unfälle mit Mustangs steigt. Die Gründe: Sommerreifen und Protzerei.

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Ein Crash in Diepoldsau SG, ein Unfall in Eschenbach SG und ein Abflug in Wolfhalden AR. In den letzten Wochen häufen sich die Unfälle mit Beteiligung von PS-starken Ford Mustangs. Eine Serie, die sich in den kalten Monaten des Jahres immer wieder wiederholt. 

Nico Seiler, Geschäftsführer der auf US-Autos spezialisierten Garage Dutli in Zürich, kennt den Grund: «Die Autos werden oftmals mit Sommerpneus vermietet.» Bei den Mustangs sollten jedoch schon bei Temperaturen um die zehn Grad Winterreifen montiert sein. Also eher früher als bei anderen Autos.

Muscle-Car-Spezialist Nico Seiler. play
Muscle-Car-Spezialist Nico Seiler. Garage Dutli

Protzen um jeden Preis

Unfälle mit Muscle-Cars gibt es natürlich nicht nur im Herbst und im Winter. Im Juli crashten zum Beispiel im Kanton St. Gallen innerhalb einer Stunde zwei Frauen ihre Autos. Ein Grund sei auch, dass am Steuer der ungestümen Sportwagen ungeeignete Lenker sässen. Durch die vergleichsweise niedrigen Preise kommt laut Seiler ein «anderes Kundensegment an die Fahrzeuge». Den Besitzern sei Protzen manchmal wichtiger als die Sicherheit.

Seiler ist überzeugt, dass dieses Problem auch bei den anderen, modernen Sportwagen auftritt. «Die Leute denken, dass die Sicherheitsfunktionen der Autos sie unsterblich machen. Aber wenn man zu schnell in die Kurve fährt, verliert man auch mit den modernsten Maschinen die Kontrolle.»

Fahrtraining inklusive

Seiler ist deshalb bei seiner eigenen Kundschaft konsequent: «Darum vermieten wir keine Mustangs.» Wenn aber ein Kunde bei der Garage Dutli so ein Auto kauft, dann ist im Kaufpreis auch eine Fahrschulung mit dem TCS inbegriffen. Auf abgesperrten Strassen dürfen die Fahrer dort für einmal die Sau rauslassen und die Macht des Mustangs spüren.

Publiziert am 23.11.2016 | Aktualisiert am 23.11.2016
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  • Silvio  Hertli , via Facebook 24.11.2016
    Es läge vielleicht am Vermieter,

    1. im Winter die Autos mit Winterpneus auszurüsten
    2. sie nicht an Leute zu vermieten, bei denen "Testosteronbolzen" auf der Stirn steht.

    Aber einfach keine Mustangs mehr zu vermieten ist natürlich auch eine Möglichkeit.
    Ist sicher einfacher, als Verantwortung zu übernehmen.
  • Aron  Ottiger 24.11.2016
    Und, man kann auch ein Motorrad kaufen oder mieten mit 20 Jährig, 1000ccm und über 200PS und ein Gewicht von 180KG, so what. Und das Ding geht noch ein Zacken anders ab als dieser Mustang. Das Problem ist der Fahrer, war immer so und bleibt immer so.
  • Roger  Berger 24.11.2016
    War damals in Vancouver stolzer Besitzer des 1. 1965er Mustangs mit 298 Kubikinches, also rund 4,8 Liter Motor. Kein Problem. Es liegt stets am Fahrer, nicht ans Limit zu gehen.
    • Beat  Engelberger 24.11.2016
      Die Ford Mühlen damals, hat ja auch keine Leistung ab Werk.
      Aber Sie bestätigen den Bericht, man kauft solche Autos um auch noch 50 Jahre später, damit zu prahlen.
  • Peter  Stierli aus Geroldswil
    23.11.2016
    Das Problem liegt nicht an 663PS, GT500,5.0L V8, 415PS Weichspühler Allrad und ESP Fröntler inkl. Radkästen qualm und Fahrzeug die von der Strasse fliegen etc. Das Problem liegt ganz wo anders!
  • Baltasar  Glättli 23.11.2016
    Dieser 5.0L V8 Mustang leistet 416PS. Im Vergleich zum aktuellen Mustang Shelby GT500 ist das der " Weichspühler"! Das Problem sind nicht unbedingt die PS sondern der Heckantrieb! Trotz ESP verhält sich ein heckangeriebenes Fahrzeug im Grenzbereich komplett anders als ein Fröntler! Rutscht des Heck einmal weg dann ist fahrerisches können angesagt oder das Auto fliegt eben von der Strasse!