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blick.ch: Kreise, die von einem Verbot von Schusswaffen im Haushalt nichts wissen wollen, behaupten: Das Problem ist nicht die Armeewaffe. Sondern der Mann oder die Frau hinter der Waffe.
Prof. Martin Killias: Das menschliche Verhalten wird aus der Situation heraus mitbestimmt. Ist eine Schusswaffe vorhanden, verläuft ein Konflikt oder eine Krise anders. Menschen zu ändern, ist schwieriger, als gefährliche Situationen zu entschärfen. Das ist bei der Spraydose nicht anders. Nur gibt es beim Schusswaffenverbot Beifall von Links und Kritik von rechts. Und bei der Spraydose ist es genau umgekehrt!
Was halten Sie von dem Argument, man sollte die Armeewaffe zu Hause behalten, die Munition aber im Zeughaus deponieren?
Ich habe schon beim Tötungsdelikt der Ex-Skirennfahrerin Corinne Rey-Bellet gesagt: Die Munition einzuziehen, ist immerhin eine konkrete, einfach umsetzbare Sofortmassnahme. Aber auch längerfristig wäre dieser Weg bedenkenswert. Munition lebt auch weniger lang als Waffen. Allerdings sollte der Zugang zu Munition strikt kontrolliert werden, was heute noch nicht der Fall ist.
Sehen Sie ein spezielles Risiko mit eingebürgerten Ausländern?
Zur Frage Schweizer – Ausländer ist die Lage ganz klar: In der Schweiz begehen mehr Schweizer Schusswaffendelikte als Ausländer. Weil eben die Schweizer eher Zugang zu Schusswaffen haben.
Erhöht die Verfügbarkeit einer Schusswaffe das Risiko des Missbrauchs? Könnte man nicht auch einfach ein Messer nehmen?
In private Konfliktsituationen enden Tötungsdelikte oft mit dem Suizid des Täters. Es ist schwierig, seine Familie mit dem Messer zu töten und sich dann das Leben zu nehmen.
Mit der Schusswaffe geht das alles viel einfacher. Auch der Fall Hönggerberg ist da typisch: undenkbar, dass der junge Mann das Mädchen mit einem Messer getötet hätte! Denn dann wäre er auf Gegenwehr auch des Begleiters und vielleicht weiterer Personen gestossen. Ohne eine Schusswaffe wäre es zu diesem Verbrechen nie gekommen..
Prof. Killias, danke für das Interview!