Munition bleibt im Zeughaus!

  • Publiziert: 27.09.2007, Aktualisiert: 03.01.2012

BERN – Die Taschenmunition unserer Soldaten soll künftig im Zeughaus und nicht mehr zu Hause aufbewahrt werden. Die Waffe aber nimmt der Wehrmann weiter mit nach Hause.

Nach den Beratungen zum Waffengesetz in der vergangenen Frühjahrssession hat der Nationalrat heute Donnerstag eine neue Debatte über die private Aufbewahrung von Armeewaffen und Munition geführt. Zur Diskussion stand einerseits die vom Ständerat angenommene Motion, die verlangt, mit wenigen Ausnahmen auf die Abgabe der Taschenmunition zu verzichten.

Andererseits ging es um eine parlamentarische Initiative der SP, die auch die private Aufbewahrung von Ordonnanzwaffen untersagen will. Auch vier Petitionen, darunter die der Zeitschrift «annabelle» «Keine Schusswaffen zu Hause», wurden einbezogen.

Die Argumente und Fronten waren im wesentlichen die gleichen wie im Frühling. Vertreter der Linken und teils auch der CVP und EVP betonten, es sei militärisch nicht mehr notwendig, Waffe und Munition zu Hause aufzubewahren. Zudem sei es ein Beitrag zur Sicherheit, weil so Handlungen im Affekt, Selbstmorde und auch häusliche Bedrohungen verhindert werden könnten.

Vertreter der SVP und FDP hingegen sahen in der «Entwaffnung» des Wehrmanns eine Schwächung der Sicherheit der Schweiz und ein Misstrauensvotum gegenüber den Armeeangehörigen. Die Zahl der Missbräuche sei äusserst gering.

Eine Mehrheit von 100 zu 72 Stimmen votierte schliesslich für die Motion des Ständerats gegen die private Aufbewahrung der Taschenmunition. In der Version des Nationalrats wird vom Bundesrat dabei noch verlangt, mindestens einmal pro Legislatur die Sicherheitslage neu zu beurteilen.

Auch Verteidigungsminister Samuel Schmid hatte die Motion unterstützt. Die private Aufbewahrung der Waffe hingegen verteidigte er entschieden. Die entsprechende parlamentarische Initiative der SP fand denn auch keine Mehrheit. Sie unterlag mit 97 gegen 76 Stimmen. Die Petitionen wurden zur Kenntnis genommen, ohne ihnen weitere Folge zu geben. (AP)

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