Nach Minarett-Verbot Müssen Schweizer Touristen Angst haben?

  • Publiziert: 04.12.2009, Aktualisiert: 02.01.2012

ZÜRICH – Wie wirkt sich das Minarett-Verbot für Schweizer Touristen aus? Der Kuoni-Sprecher würde jedenfalls kein Schweizer-Shirt im arabischen Raum tragen.

Die Kritik am Schweizer Minarett-Verbot reisst nicht ab. Boykott-Aufrufe gegen Schweizer Produkte mehren sich. Und auch die Forderungen, dass Muslime ihr Geld vom Finanzplatz Schweiz abziehen sollen. Jetzt könnte sich der internationale Unmut auch gegen Schweizer Touristen richten.Der Reiseveranstalter Kuoni jedenfalls warnt Reisende nach Ägypten «nicht unnötig mit Schweizer T-Shirts oder gar mit Fahnen vor Ort aufzufallen», wie die «Aargauer Zeitung» schreibt.Auf Nachfrage von Blick.ch präzisiert Kuoni-Sprecher Peter Brun: «Wir geben keine Empfehlung ab. Aber ich persönlich würde im arabischen Raum nicht mit Schweizer Kreuz auffallen, um möglichen Diskussionen aus dem Weg zu gehen.»Einigen Reisenden ist offensichtlich nicht mehr wohl in ihrer Haut. Kuoni hat schon Annullationen von Kunden erhalten, die «Sicherheitsbedenken hatten, nach Ägypten zu reisen», wie Brun sagt. Dies seien jedoch Einzelfälle.Doch auch die Hotelkette Mövenpick mit ihren vielen Ressorts im arabischen Raum spürt bereits nach einer Woche die Auswirkungen des Verbotes. Einer Mövenpick-Sprecherin zufolge haben sich gemäss «Mittelland Zeitung» bereits mehrere Kunden nach der Sicherheit dieser Hotels erkundigt.Schweizer Arbeiter in Gefahr?Und wie steht es um die im Ausland arbeitende Schweizer? Schweizer Konzerne wie die ABB sind sich des erhöhten Sicherheitsrisikos ihrer Mitarbeitenden im Ausland bewusst. Man habe zwar in den muslimisch geprägten Regionen bislang keine Vorkommnisse oder Drohungen gegenüber den Mitarbeitern oder Fabriken registriert, so ABB Sprecher Wolfram Eberhardt. «Dennoch beobachten wir die Lage aufmerksam. Wir haben unsere Mitarbeiter gebeten, uns über die Lage vor Ort auf dem Laufenden zu halten», so Eberhardt in der «Aargauer Zeitung». (gux)

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