Monte-Lema-Drama: Familie abgewiesen

  • Aktualisiert am 14.01.2012

BERN – Beim Versuch in die Schweiz zu kommen, sind die Flüchtlinge in den Bergen fast erfroren. Jetzt muss die ukrainische Familie die Schweiz verlassen. Ihr Asylgesuch wurde abgelehnt.

Ende Januar 2008 wurde die Familie – eine 47-jährige Mutter mit fünf Kindern im Alter zwischen 9 und 21 Jahren – von der Rega unterhalb des Monte Lema aus dem Schnee gerettet. Die Familie versuchte über die Alpen in die Schweiz einzureisen. Mit einem Funkgerät konnte sie kurz um Hilfe rufen.

Nun wurde das Asylgesuch der Mutter und ihrer fünf Kindern abgelehnt, wie Jonas Montani, Sprecher des Bundesamts für Migration, einen Bericht der «NZZ am Sonntag» bestätigte. Über die Gründe der Ablehnung gab er keine Auskunft. Die Familie kann den Entscheid innert dreissig Tage beim Bundesverwaltungsgericht anfechten.

Im Tessin hatten SP und katholische Hilswerke über 700 Unterschriften für die ukrainische Familie gesammelt. Die Kantonsregierung bat Justizministerin Eveline Widmer-Schlumpf, ins Asylverfahren miteinbezogen zu werden.

Die Familie aus der Ukraine hatte bereits im Jahr 2007 zwei Asylgesuche in der Schweiz eingereicht. Auch diese wurden abgewiesen. Nach der damaligen Rückweisung nach Italien veranstaltete die Familie einen Sitzstreik vor dem Schweizer Konsulat in Mailand.

Die Polizei entfernte sie und platzierte die Familie in einer Notaufnahmestelle. Zuvor hatte die Mutter mit ihren Kindern sieben Jahre in Ungarn gelebt. (SDA)

Auf dem Weg in ein besseres Leben fast erfroren: Die Familie beim Versuch, in die Schweiz zu flüchten.- zvg

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