Verurteilter Pädo-Lehrer von Mümliswil SO war auch in Pfäffikon ZH aktiv Lehrer geilt sich an Kindern auf – und verrät sich selbst

Der so genannte Kantönligeist hat wieder einmal zugeschlagen. Im Aargau, im Kanton Zürich und im Kanton Solothurn hat der Lehrer Marc S. (38) schon unterrichtet. Wie BLICK jetzt aufdeckt, wurde der Pädophile jetzt schon zum zweiten Mal verurteilt. Und läuft dennoch weiter frei herum.

Pädo-Lehrer Marc S. verrät sich im TeleM1-Interview von 2013

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Bei Verfolgungsjagd mit der Polizei Autofahrer prallt in Werbetafel
2 Bei Verfolgungsjagd mit der Polizei Autofahrer prallt in Werbetafel
3 Zwei Männer verhaftet – jagten sie den Inka-Schatz? Schwester von...

Schweiz

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
120 shares
8 Kommentare
Fehler
Melden

Marc S.* (38) ist unbelehrbar. Und ein Lügner. 2013 wurde der Primarlehrer im Kanton Solothurn wegen Pornografie verurteilt. Jetzt fand BLICK heraus: Er stand erneut vor Gericht. Diesmal im Kanton Zürich, wegen sexueller Handlungen mit Kindern!

Das Unglaubliche: Lehrer S. lenkte den Verdacht selbst auf sich – indem er auf Tele M1 im Jahr 2013 ein Interview gab, als anonymer Pädophiler. Die Mutter eines Schülers in Pfäffikon ZH erkennt ihn und schlägt Alarm. Darauf trauen sich zwei seiner Opfer, ihn anzuzeigen.

Marc S. arbeitete an der Primarschule Pfäffikon. Laut Anklage verübte er die Taten zwischen 2010 und 2012. Einen Schüler (12) soll er in der Schule, in der Garderobe und bei sich zu Hause missbraucht haben. Er massierte den Penis des Opfers oder den eigenen. Vor einem zweiten Schüler (10) soll S. sich daheim befriedigt haben. In den Ferien habe er ihn in ein Hallenbad nach Locarno TI mitgenommen und zwei Mal in der Dusche vor ihm masturbiert.

Am Mittwoch sprach das Bezirksgericht Pfäffikon Marc S. schuldig. Auch wegen Pornografie. Er hatte Fotos von nackten Buben heruntergeladen. Er erhielt 20 Monate unbedingt, aufgeschoben zugunsten einer ambulanten Massnahme. S. bleibt also frei, wenn die Therapie greift.

«Der zumindest teilweise Vollzug hätte besser als Abschreckung gewirkt», sagt Opferanwalt Christoph Erdös. Die Genugtuungssummen von 6000 und 4000 Franken seien zu tief. Die Opfer litten, ihre Entwicklung sei verzögert.

Marc S. hätte längst auffliegen müssen. Er wohnte nach der Jahrtausendwende in Gipf-Oberfrick AG und arbeitete dort als Primarlehrer. Laut der Schule gab es damals «keine strafbaren Vorfälle». Trotzdem wechselt S. die Stelle und wird Lehrer in Pfäffikon. Die Taten im Zürcher Oberland mit den zwei Buben bleiben unbemerkt. Die Schule sagt immerhin, S. habe «nicht die nötige Distanz zu Schülern gehabt». Aber: «Es war strafrechtlich unrelevant.»

S. geht weg von Pfäffikon und wird Lehrer in Mümliswil SO. Auch dort ahnt man nichts. Bis er am 4. Mai 2012 abends im Hallenbad mit Buben (12 und 14) erwischt wird. Zudem soll er in der Turnhallengarderobe heimlich nackte Knaben gefilmt haben. Am 5. Mai 2012 wird S. fristlos entlassen.

Zwei Monate später wird er Juniorentrainer beim FC Lommiswil. Wieder ahnt niemand etwas. Im Oktober 2013 bekommt S. den Strafbefehl der Solothurner Staatsanwaltschaft für die Vorfälle in Mümliswil: 18 700 Franken bedingt und 3000 Franken Busse. Aber lediglich wegen Pornografie.

Einen Monat später verrät er sich mit dem TV-Interview. Vor Gericht in Pfäffikon gab S. die Taten zu. Laut Anklage ist er heute Fachleiter bei der Mig­ros. Mit BLICK will er nicht reden. Sein Verteidiger sagt: «Er ist mit dem Urteil zufrieden, weiss aber: Wenn er nicht an sich arbeitet, muss er definitiv ins Gefängnis.»

* Name der Redaktion bekannt

Publiziert am 12.02.2016 | Aktualisiert am 23.03.2016
teilen
teilen
120 shares
8 Kommentare
Fehler
Melden

8 Kommentare
  • Nancy  Kraus 13.02.2016
    Und er bekommt wieder nur eine ambulante Therapie und bleibt auf freiem Fuss.
    Sind unsere Richter noch zu retten?
    Über kurz oder lang werden auch wir einen Fall Bachmeier haben und dann werde ich eine der Ersten sein, die applaudiert.
    Unser Rechtssystem ist vollkommen pervertiert worden !!
  • Willy  Bald 13.02.2016
    Wenn man dies liest, kommt man automatisch auf den Gedanken, was sind das für Richter, die solche Urteile aussprechen ?
  • Pascal  Rohr aus Menziken
    13.02.2016
    Und wieder einmal versagt unser Rechtssystem. Ich hoffe, dass ich nie einen solchen Typ auf frischer Tat ertappe. Nur würde meine Strafe höher ausfallen, als bei einem Pädophilen!
  • Fabian  Molina aus Zürich
    13.02.2016
    Katastrophe. Natürlich erzählt er, dass er nie etwas im Fussballclub getan hat. Jeder Pädophile sollte von sämmtlichen Aktivitäten mit Kindern gesperrt werden.
  • Serafina  Maurer 13.02.2016
    Unglaublich wie so etwas immer und immer wieder passieren kann! Wieso gibts keine Datenbank mit allen verurteilten Pädophilen, auf welche alle Institutionen, welche mit Kindern arbeiten, zugreifen können und es somit nicht zu wiederholten Anstellungen dieser Schweine an Schulen kommt? Oder macht man das aus "Datenschutzgründen" oder aus "Schutz der Täter" nicht? Und wer muss dann dafür büssen....? Unsere Kinder!
    • Noldi  Schwarz 13.02.2016
      Ja, liebe Frau Maurer, unsere Politiker halten lieber Datenbanken von kranken Bäumen, von Biobauern, von Lohnungerechtigkeiten, Anzahl Forellen in den Gewässern, Schwarzarbeit und weiss nicht was alles. Diese Daten sind für unsere Gesellschaft wichtig. Über missbrauchte Buben lässt es sich einfach nicht so gut Empören. Es sind ja so wenige Fälle.Erst wenn Kinder klagen (könnten) ändert sich etwas.