Staatsanwaltschaft gibt nicht auf Jetzt jagt die Kesb den St.-Ursen-Brandstifter

SOLOTHURN - Über fünf Jahre lang hat er darauf gewartet: Der St.-Ursen-Brandstifter Andres Zaugg (66) wird nach der längst verbüssten Strafe nicht verwahrt. Dies entschied das Bundesgericht. Nun wehren sich die Solothurner Behörden mit allen Mitteln gegen den Entscheid.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Auto landet in Muri AG im Garten Kommt ein Mercedes geflogen
2 Leicht verletzt Autofahrer (22) flüchtet nach Unfall
3 Crash mit Pickup Drei Kinder bei Füdlibob-Unfall verletzt

Schweiz

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
0 shares
5 Kommentare
Fehler
Melden

Das Hin und Her um den Brandstifter der Solothurner St.-Ursen-Kathedrale geht weiter. Denn: Das Bundesgericht hat am 3. Oktober zwar entschieden, dass Andres Zaugg (66) nach seiner längst verbüssten Strafe nicht verwahrt wird und frei kommt. Aber: Die Solothurner Staatsanwaltschaft lässt nicht locker und hat nun laut BLICK-Recherchen die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) eingeschaltet. Grund: Für die Staatsanwaltschaft sind die Voraussetzungen für eine Verwahrung nach wie vor erfüllt.

«Damit ist klar: Mit strafrechtlichen Massnahmen kann der vom schwer kranken Mann ausgehenden Gefahr für Leib und Leben von Menschen nicht begegnet werden», bestätigt Cony Zubler von der Staatsanwaltschaft. Was bleibe, sei die Möglichkeit von Massnahmen im Bereich des Erwachsenenschutzrechts. «Die Staatsanwaltschaft hat bereits eine Gefährdungsmeldung an die zuständige Erwachsenenschutzbehörde erstattet.»

Der Brandstifter bleibt vorerst in Haft

Dies heisst für Zaugg: Er darf auch über fünf Jahre nach seiner Verhaftung immer noch nicht sofort raus. Denn: Zuerst wird die Kesb alle Akten sichten, ein Gespräch mit ihm führen und dann entscheiden, wie es mit ihm weitergeht.

Im besten Fall darf Zaugg innert sieben Tagen nach dem Bundesgerichtsurteil tatsächlich raus und muss sich zum Beispiel nur einmal im Jahr bei den Behörden zu einem Gespräch melden. Es könnte aber auch sein, dass ihm - wenn er nicht kooperiert - ein Beistand oder ein Vormund zur Seite gestellt wird. Im schlechtesten Fall droht ihm gar eine Einweisung in eine geschlossene Anstalt, was aber eher selten der Fall ist.

So oder so: Der Entscheid, was mit Andres Zaugg passiert, dürfte für die Kesb zu einem Balanceakt werden.

Publiziert am 06.10.2016 | Aktualisiert am 20.10.2016
teilen
teilen
0 shares
5 Kommentare
Fehler
Melden

5 Kommentare
  • Rolf  Hess 08.10.2016
    Wer übernimmt denn die Verantwortung für den nächsten "Bubenstreich" von dem geistig obdachlosen Mann? Wenn ihr wüsstet, was der schon angestellt hat und was er noch im Schild führen könnte, würdet ihr nicht so auf der SO Staatsanwaltschaft herum trampeln wollen. Wer bezahlt denn übrigens den Millionenschaden, den die Renovation der Sankt Ursen Kathedrale gekostet hat?
  • Gautschi  Gregor , via Facebook 06.10.2016
    Das sich die Staatsanwaltschaft und die Kesb,nicht ein Bundesgerichts Urteil hält und sich darüber stellt sagt im Grundsatz alles !
    Jetzt muss man denn Leuten Künden die bei der Staatsanwaltschaft und kesb arbeiten,und durch Leute ersetzten die sich an die gesetzlichen Regelungen halten !
    Mir ist sowieso schleierhaft warum der noch in Haft ist,Er wurde ja vom höchsten Schweizer Gericht frei gesprochen.
    Gruass us Chur Gregor
    • Oliver  Schlatter 06.10.2016
      Hauptsache auf der KESB herumtrampeln. Warum sollte den Leuten der KESB gekündigt werden. Die reissen sich nicht um diesen Job. Wenn eine Gefährdungsmeldung eingeht oder die Staatsanwaltschaft der KESB einen Auftrag erteilt, müssen die handeln. Damit will ich aber nicht sagen, dass die KESB keine Fehler macht.
    • Bruno  von Arx , via Facebook 06.10.2016
      Herr Gautschi, die KESB hält sich sehr wohl ans Urteil. Sie hat lediglich von der Staatsanwaltschaft einen Auftrag erhalten. Nun muss diese die Gefährdungsmeldung prüfen und danach entscheiden.
      Es kann übrigens jeder eine Gefährdungsmeldung gegen jeden machen. Die KESB ist dann gezwungen, das zu prüfen.
  • Willy  Bald 06.10.2016
    Hier stell sich dringend die Frage, wer schlussendlich hinter Schloss und Riegel gehört ?