Nackt-Selfie-Affäre Grüsel-Geri wird von Aufgaben entbunden

BADEN - Gestern um 8 Uhr hatte Geri Müller (53) vorläufig seinen letzten Auftritt als Stadtammann von Baden. Der Stadtrat nimmt ihn aus der Schusslinie, bis die Affäre geklärt ist. Interimistisch übernimmt Vizeammann Markus Schneider.

Geri Müller: Wir tun alles, damit Alstom hier bleibt (Archiv) play
Stadtammann von Baden: Geri Müller (53). Keystone

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Baden reagiert auf Nackt-Selfie-Affäre ihres Stadtammanns. Wie die Aargauer Zeitung schreibt, entzieht sie Geri Müller (53) seine Aufgaben. In einer Mitteilung des Stadtrats heisst es: 

Stadtammann Geri Müller wurde in einer Zeitungsmeldung vom 17. August 2014 in der 'Schweiz am Sonntag' massiven Vorwürfen ausgesetzt. Der Stadtrat hat darauf gemeinsam den Entscheid gefällt, dem Stadtammann Zeit einzuräumen, sich voll auf die Klärung der Situation zu konzentrieren.
Der Stadtrat betont, dass die Unschuldsvermutung gilt. Um den Stadtammann zu entlasten, wird er bis zur Klärung der Situation seine repräsentativen Aufgaben wie auch seine Delegations- und Führungsaufgaben an das Stadtrats-Gremium delegieren. Dieses wird bis auf weiteres von Vizeammann Markus Schneider geleitet.»

Rücktrittsforderungen noch zurückhaltend

«Er muss dafür geradestehen», sagte Jonas Fricker, Parteipräsident der Grünen Aargau gestern zur Selfie-Affäre seines Parteikollegen. Wenn die Vorwürfe stimmen, müsse er «die Konsequenzen ziehen».

Heute haben auch die Grünen Schweiz Stellung genommen. In einer Mitteilung heisst es: «Intime Fotos im Büro aufzunehmen ist ein Fehler. Dies gilt umso mehr, wenn es sich um ein Regierungsgebäude handelt.»

Wie es mit der politischen Laufbahn von Geri Müller weitergehe, müsse er gemeinsam mit seinen Kantonal- und Kommunalpartei entscheiden. «Wir warten diesbezüglich auf eine klärende Stellungnahme von Geri Müller.»

Konkrete Rücktrittsforderungen gibt es bislang nur von einzelnen Personen in Online-Kommentaren. Die Stadtparteien geben sich noch zurückhaltend.

«Fraglich, ob Geri Müller noch tragbar ist»

Selbst die SVP sagt gegenüber der «Aargauer Zeitung», Müller solle erst Gelegenheit erhalten, sich zu erklären. Die CVP Baden wartet laut Präsident Simon Binder eine «klare und detaillierte Stellungnahme zu den einzelnen Vorwürfen» ab. Bei der SP haben man die Affäre «zur Kenntnis genommen». Es stehe Aussage gegen Aussage.

Etwas klarere Worte findet man bei der FDP. Präsident Matthias Bernhard sagt: «Trotz Unschuldvermutung ist es fraglich, ob Geri Müller noch tragbar ist.»

In einer ersten Stellungnahme sprach Geri Müller gestern von einer «privaten Angelegenheit», bei der sein Vertrauen «bitter enttäuscht und grob missbraucht» wurde.

Er muss sich erklären

Privat oder nicht –  der grüne Stadtammann wird Stellung beziehen müssen. Nicht nur die Lokalpolitiker warten auf Antworten in der Nackt-Selfie-Affäre.

Die Vorwürfe sind pikant. Laut «Schweiz am Sonntag» sendete der 53-Jährige einer 21-jährigen Bernerin Nacktbilder von sich. Mal aus dem Büro, mal direkt aus dem Nationalratssaal. Die Selfies zeigen ihn unten ohne, bekleidet nur mit einem T-Shirt. Dazu schrieb er im Sex-Chat eindeutige Botschaften: «Bin schon erregt. Hab nur noch das T-Shirt an.» Weiter: «Ich sitz noch. Aber der P ...». (mad)

Publiziert am 18.08.2014 | Aktualisiert am 19.08.2014
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16 Kommentare
  • Beatrice  Podage , via Facebook 19.08.2014
    Er wird wahrscheinlich gegen Entlöhnung geschützt/freigestellt.......der wird sicher nicht entlassen bei unserer Deckel/Häfeli Politik.......
  • Gustav  Broennimann , via Facebook 18.08.2014
    Wenn er hat, dann hat sie doch auch, oder? Wann sehen wir die Bilder?
  • Linda  Marbach aus Basel
    18.08.2014
    Die offene Frage ist doch: Wurden auch NR Gerhard Müllers Handy, Laptop etc. von der Staatsanwaltschaft sichergestellt, um den Ablauf korrekt zu rekonstruieren?
  • Hugo  Ehrismann 18.08.2014
    Schon etwas komisch die ganze Angelegenheit - wäre er kein Politiker und Stadtammann sondern NUR ein kleiner einfacher Büezer dann würde ihm per sofort der Prozess gemacht . Aber eben - auch in der Schweiz geniessen anscheinend Politiker einen gewissen übertriebenen Schutz , sprich wenn zwei das selbe tun ist es noch lange nicht das gleiche . Unsere Behörden und die Justiz messen leider immer noch mit ungleichen Ellen . Keine Krähe hackt der anderen ein Auge aus - so war es und so bleibt es .
  • Bibiana  Schloss 18.08.2014
    Eine Frechheit von dieser Frau Exgeliebte dass sie an die Oeffentlichkeit geht mit diesen Bildern. Das ist Privat und ist Charakterlos hinterher jemanden die Karriere kaputt zu machen. Pfui !
    • Pascal  Rohr aus Menziken
      19.08.2014
      es braucht immer 2 dazu.....und so unschuldig ist der wohl nicht, wenn er nacktfotos verschickt. oder hat sie ihn dazu gezwungen??!!