Irrer Alimenten-Streit Aargauer mag nicht mehr 26’000 Fr im Monat zahlen

MURI AG - 26’000 Franken Alimente musste ein Mann aus dem Freiamt jeden Monat an seine Ex-Frau zahlen – zwei Drittel seines Lohnes. Dagegen wehrte er sich bis vor Bundesgericht.

Wurde zur Schlichtungsstelle für einen Aargauer Rosenkrieg: Das Bundesgericht in Lausanne.  play
Wurde zur Schlichtungsstelle für einen Aargauer Rosenkrieg: Das Bundesgericht in Lausanne.  Keystone

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Der Scheidungskrieg eines Paares aus dem Kanton Aargau beschäftigt seit nunmehr acht Jahren die Gerichte. 2008 lassen sich A. und C. nach 20 Jahren Ehe, aus der zwei Kinder hervorgehen, scheiden. Der Ehemann ist Grossverdiener, sein Jahressalär beträgt über 450’000 Franken. Ex-Frau C. gibt einen Lohn von 45’000 bis 73’000 Franken an, wie die «Aargauer Zeitung» schreibt.

Die beiden Parteien einigen sich auf folgende Unterhaltszahlungen pro Monat: 26’250 Franken bis zum Studienabschluss des ersten Kindes, 23’770 Franken bis zum Studienabschluss des zweiten Kindes, 21’250 Franken, bis die Frau das AHV-Alter erreicht, und 6000 Franken bis zu ihrem Tod. Im Gegenzug muss die Ex-Frau für Lebenshaltungskosten und Studienkosten der Kinder aufkommen.

Schenkung von 4 Millionen Franken

Doch irgendwann platzt A. der Kragen. Er hat genug von den horrenden Ausgaben und beginnt einen gerichtlichen Feldzug gegen die Luxus-Alimente an seine Ex. Im Juli 2013 klagt er am Bezirksgericht in Muri AG und bekommt recht. Sie wiederum zieht den Fall vor das Obergericht des Kantons Aargau, das die Klage ihres Ex-Mannes zurückweist.

Doch A. will sich nicht geschlagen geben und zieht den Fall vor Bundesgericht. Seine Klage begründet er mit einer früheren Schenkung von vier Millionen an seine ehemalige Frau. Ausserdem soll ihr Einkommen um einiges höher sein als das in der Scheidungsvereinbarung genannte Gehalt. So habe sie zwischen 2008 und 2012 zwischen 140’000 und 195’000 Franken im Jahr verdient.

Teilsieg vor Bundesgericht

Das Problem: Die Schenkung erfolgte vor dem Abschluss des Scheidungsurteils und kann daher nicht berücksichtigt werden. Die Ex-Frau bestreitet ausserdem eine dauerhafte Veränderung ihrer Einkommensverhältnisse. Und so schreibt das Bundesgericht in seinem Urteil, das nun vorliegt: «Unter den gegebenen Umständen ist das Bundesgericht nicht in der Lage, abschliessend zu beurteilen, ob sich die Einkommensverhältnisse der Beschwerdegegnerin erheblich und vor allem dauerhaft verändert haben.»

Alles verloren also? Nicht ganz. Das Urteil des Bundesgerichts darf für Kläger A. zumindest als Teilsieg gewertet werden. Die Beschwerde wurde gutgeheissen. Die Sache geht nun wieder zurück ans Obergericht des Kantons Aargau.

Damit erhöhen sich die Chancen, dass es zu einer neuen Beurteilung kommt – und der Grossverdiener aus dem Freiamt künftig nicht mehr jeden Monat zwei Drittel seines Lohnes an seine Ex-Frau überweisen muss. (gr) 

Publiziert am 29.12.2016 | Aktualisiert am 29.12.2016
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  • David  Brunner aus Wetzikon
    30.12.2016
    Wenn ich mit dem Wissen von heute nochmals am Punkt von vor zehn Jahren wäre, ich würde wohl das Einwegticket nach Übersee buchen. Was hier passiert und es wird schlimmer, das hat weder mit Recht noch Gerechtigkeit geschweige den mit Gleichstellung und Kindeswohl zu tun. Das gemeinsame Sorgerecht im Regelfall ist eine perfide Täuschung und 2017 werden nun alle Väter wie bisher die getrennten und geschiedenen Väter schlecht gestellt, zahlen ohne Rechte, Dasein nach Massgabe Mutter.
  • Josef  Schöpfer 30.12.2016
    Es gibt zwei Arten von Gesetzten. Ehrenhafte wie, Du sollst nicht töten. Und unehrenhafte, die jemandem einen zufällig erhaltenen Vorteil wegnehmen oder eben gerade einen solchen ermöglichen sollen. Letzteres hat nie etwas mit Gerechtigkeit zu tun, sondern mit Regulierung. Dabei ermöglicht eine aufgestellte Hausregel, überhaupt erst zu Streitigkeiten. Hausregel befürworten nur Anwälte. Denn nur diese allein haben dabei einen Nutzen.
    Wenn man bedenkt, dass Regeln jeweils von Nutzniessern kreiert
  • Ronald  Schmid aus Miami
    30.12.2016
    Die Maenner sind selber Schuld, auch weil Sie vielmals keine Maenner mehr sind. Nur die Schwachen lassen sich fuer einen bisschen Sex und Zuneigung, jede Ehre, Geld und vielmals das Herz aus dem Leib reissen lassen fuer irgendeine Geiss, die dann noch spaeter zur Geld u. Gerichtserpressungs Hyaene wird.
  • Lily  Bucher 30.12.2016
    Der Ex-Mann verdient zwischen 45`000 und 73`000 im Monat. Sie bekommt nach der Ausbildung der Kinder noch 21`250 im Monat. Das ist weniger als die Hälfte. Ziemlich reisserisch aufgemacht, damit sich wieder mal alle empören können. Die Frau hat sich um die Kinder gekümmert und hatte somit Erwerbsausfall und geringe berufliche Entwicklungs- und Aufstiegschancen. Wer seiner Ex-Frau keinen Unterhalt bezahlen will, muss sich halt zu gleichen Teilen um Haushalt und Kinder kümmern.
    • Hugo Egon  Balder aus Zürich
      30.12.2016
      @Lily Bucher: Sie sollten das nicht kommentieren, wenn sie nicht mal richtig lesen können. Das Einkommen der Ex-Frau beträgt laut ihrer eigenen Aussage zwischen 45000 und 73000 Franken, nicht dasjenige des Ex-Mannes. Und von geringen Aufstiegschancen kann man wohl kaum sprechen, wenn ein zwischenzeitliches Einkommen von zwischen 140’000 und 195’000 Franken in den Jahren 2008 bis 2012 generiert wurde, was sich anhand der AHV-Abzü. Oder kennen Sie eine normale Angestellte, die soviel verdient ?
    • Hugo  Stiglitz aus Frankreich
      30.12.2016
      Frau Bucher, Sie haben da wohl Zahlen verwechselt, aber im Grundsatz recht. Habe selber lange Alimente bezahlt, kann die Jammeri-Maenner aber auch nicht mehr hoeren. Die meisten haben nicht begriffen, um was es geht. Nicht um Frau oder Mann, sondern wer Beruf opfert und Kinder erzieht. Die meisten Maenner sind ja nicht bereit dazu. Den Beruf opfern zwischen 25 und 40 hat Konaequenzen bis 65 und mehr. Begreift das mal, Jammeris..
    • Rocco  Martignoni , via Facebook 30.12.2016
      Mit 26.000 im Monat Unterhalts Zahlungen .kann man mit Zwei Kindern
      herrlich leben und diese Frau hab sicher nicht immer ihre Kindern selber betreut .
    • Urs  Hagen 30.12.2016
      In wie weit sie sich um die Kinder gekümmert hat kann man sich auch noch fragen wenn sie doch noch Geld wie Heu nebenbei verdient hat. Ich nehme nun ja nicht an, dass die beiden Eheleute aus der Rotlichtmilieu stammen.
  • Peter  Weber aus Zürich
    30.12.2016
    Der Herr aus Muri, könnte sein Problem durch einen Expat-Job und Auswanderung lösen, denn nur in der Schweiz gibt es diese Regelungen.