Doppelmörder Heinz S. ersticht seine Ex: Solothurn findet Haftentlassung trotzdem «korrekt»

Es gab laut der Solothurner Regierung keine Hinweise, dass Doppelmörder Heinz S.* rückfällig werden könnte. Bei einer lebenslangen Strafe sei die bedingte Entlassung nach 15 Jahren normal.

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Bei der bedingten Entlassung des verurteilten Doppelmörders Heinz S.* (61) durch die Behörden nach 15 Jahren Haft ist nach Meinung der Solothurner Regierung alles korrekt abgelaufen. Es habe nichts darauf hingedeutet, dass der Mann rückfällig werde und einen weiteren Menschen umbringe. Genau dies tat S. jedoch im vergangenen November in Frenkendorf BL.

Ende Juli 2011 kommt S. aus dem Gefängnis frei. Jetzt hat er seine Affäre Iris K.* umgebracht. play
Die Polizei am Tatort in Frenkendorf.

Der Ex-Bodybuilder, der 1994 im Kanton Solothurn seine Ex-Freundin Daniela N.* († 27) und ihren Bruder erschossen hatte, stand nach dem Absitzen seiner lebenslangen Strafe schon 2009 vor der bedingten Entlassung. Doch das solothurnische Departement des Innern weigerte sich.

Erst im Juli 2011 wurde S. bedingt entlassen. Es habe keine Hinweise auf neuerliche Gewaltdelinquenz oder einen Anlass gegeben, von den Empfehlungen von Experten abzuweichen, schreibt die Solothurner Regierung in einer heute veröffentlichten Antwort auf eine SVP-Interpellation. Bei einer lebenslangen Strafe sei die bedingte Entlassung nach 15 Jahren Normalfall.

Die bedingte Entlassung sei damals ein rechtskonformer Entscheid gewesen. Sowohl die psychiatrischen Einschätzungen als auch die Fachkommission hätten gestützt auf das Verhalten des Mannes eine Entlassung empfohlen.

Die Voraussetzungen für einen Antrag auf eine nachträgliche Verwahrung seien beim Entlassungszeitpunkt nicht erfüllt gewesen, schreibt die Regierung weiter. Bei der Verurteilung des Mannes sei zudem eine lebenslange Verwahrung rechtlich nicht möglich gewesen, da die Verwahrungsinitiative erst später vom Volk angenommen wurde.

S. erstach am 12. November letzten Jahres in Frenkendorf BL seine Ex-Freundin Iris K.* († 64), weil sie ihn verlassen hatte. Die Ermittlungen in diesem Fall sind noch nicht abgeschlossen. Auch Daniela N. musste 1994 sterben, weil sie keine Beziehung mehr mit S. wollte. (SDA/noo)

*Namen der Redaktion bekannt

Publiziert am 15.01.2016 | Aktualisiert am 10.03.2016
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22 Kommentare
  • Christoph  Gilgen 15.01.2016
    Hat einer von Euch jemals in diesem Menschen gearbeitet? Hat einer von Euch jemals mit diesen Menschen zu tun gehabt. Hat einer von Euch jemals einem solchen Menschen gesagt, dass er unheilbar bös ist und für immer ins Gefängnis muss? Und kann einer von Euch das absolute Gegenteil von sich selber behaupten? Dann möchte ich gerne seine Meinung hören!
  • Reto  Petitprince aus Binningen
    15.01.2016
    Es ist absolut pietätlos wie die Regierung reagiert. Das einzige was es dazu zu sagen gibt ist, dass der Täter durch die Maschen unseres Systems gerutscht ist - und das ist tragisch. Die Regierung soll hinstehen und eingestehen, dass unser Rechtssystem Limiten hat, welche ganz offensichtlich erreicht worden sind. Liebe Iris, ich hoffe du bist nicht umsonst gestorben. RIP.
  • Coni  Müller 15.01.2016
    Ganz einfach, Sexualtäter und Mörder ohne Ausnahme lebenslang einsperren, ohne psychologische Betreuung, Freigänge und anderen Privilegien. Wer anderen das Leben nimmt, hat sein Recht auf ein lebenswertes Leben verwirkt. Lebenslang heisst vom Gefägnis zum Friedhof. Hört endlich mit dem sogenannten humanitären Strafvollzug auf. Kostet nur viel Geld und schützt die Täter und nicht die Bevölkerung. Die darf den Blödsinn nur zahlen.
  • Thomas   Siegler aus Davos Platz
    15.01.2016
    Jeder Schwerverbrecher kann sich in der Schweiz darauf verlassen, dass ihm dank der lächerlichen Schweizer Kuscheljustiz nicht viel passiert weil unser Richter jedes Mal die gestrichen Hosen voll haben wenn ein Schwerverbrecher vor ihnen steht
  • Bruno  Meier aus Urdorf
    15.01.2016
    "Sowohl psychiatrischen Einschätzungen als auch die Fachkommission hätten gestützt auf das Verhalten des Mannes eine Entlassung empfohlen." Nun, ich fürchte, die Trefferquote von Mike Shiva ist besser. Seit dem Mord am Zollikerberg hat sich gar nichts geändert, im Gegenteil. Noch häufiger und regelmässiger werden Mörder mit direktem Vorsatz der Verantwortlichen auf die Menschheit losgelassen, auf dass sie weiter wüten.