Das kostet jährlich 200 Millionen: SP fordert Gratis-ÖV im Kanton Aargau

Die SP Aargau wünscht sich einen kostenlosen Regionalverkehr, finanziert durch Steuergelder und Motorfahrzeug-Abgaben. Cédric Wermuth hält den Vorschlag für durchaus realistisch.

Cédric Wermuth, Politiker, Nationalrat 2013 play
ÖV-Freund Cédric Wermuth möchte, dass alle Aargauer gratis mit Bahn und Bus durch ihren Kanton reisen können. Si

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Die SP Aargau hat einen langen Forderungs-Katalog aufgestellt, um damit bei den bevorstehenden Regierungs- und Grossratswahlen vom Oktober im «Strassenkanton» Wählerstimmen zu gewinnen. Eine der überraschendsten Forderungen lautet: «Der Kanton und die Gemeinden bieten in Zukunft den öffentlichen Verkehr kostenfrei an.» Dies berichtet die Aargauer Zeitung heute.

Die genauen Kosten für eine Gratis-Bahn hat die SP noch nicht im Detail berechnet. Die Billetteinnahmen decken heute rund 50 Prozent der Kosten und betragen im Aargauer Regionalverkehr jährlich 150 bis 200 Millionen Franken. «Je nach Modell wären die effektiven Kosten aber tiefer und der volkswirtschaftliche Nutzen deutlich positiv», sagt Cédric Wermuth zu BLICK.

Das Finanzloch, das durch die wegfallenden Billett-Einnahmen entstehen würde, soll mit Steuergeldern aufgefüllt werden. Cédric Wermuth: «Mit den Steuergeschenken der letzten Jahre wäre ein guter Teil schon finanziert.» Der Aargau habe nämlich «unnötig Steuergeschenke für Reiche und Unternehmen» gemacht. «Diese müssen korrigiert werden, damit der Kanton wieder Leistungen für die Bevölkerung finanzieren kann.»

Man könnte zudem auch die Gelder der Strassenkasse sinnvoller verwenden, schlägt Wermuth vor. Die Aargauer Strassenkasse ist eine Spezialfinanzierung nur für Strassenprojekte. Sie wird gespiesen aus Geldern aus Motofahrzeug- und anderen Abgaben.

Cédric Wermuth, Nationalrat play
Cédric Wermuth, Co-Präsident der SP Aargau und Nationalrat Christian Lanz

Handelt es sich hier um reinen Populismus? «Nein», sagt Wermuth, «wir machen uns auf über 20 Seiten Gedanken zur Zukunft des Kantons Aargau mit konkreten Vorschlägen. Das ist eine sehr fundierte Basis.» Er hält den Vorschlag für durchaus realistisch.

Neben der Forderung nach Gratis-ÖV will die SP auch innovative Projekte wie selbstfahrende Autos und Busse staatlich fördern und neue Carsharing-Angebote lancieren. (ct)

Publiziert am 07.03.2016 | Aktualisiert am 07.03.2016
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38 Kommentare
  • Michel  Müller aus Zurich
    08.03.2016
    Tolle Idee, erstens reded man über diesen komischen vasalenkanton von Zurich. Den Aargau gibt es weil Zurich zu klein ist. Also finde ich es gut wenn die Urzützer zurück in Ihre Heimat zum arbeiten kommen. Zweitens ist die Idee toll weil da die Strassen wieder lehr sind am Morgen und das ist mir locker 3 franken oder auch 5 Wert wenn die Bumler endlich im Zug sind. Gut für die Umwelt, gut für die Autofahren und gut fûr die Randregion Aarau. Aarau ist dann nicht der Rüeblikanton sonder der schlau
  • Stephan  Derungs , via Facebook 07.03.2016
    Das gleiche Ding wie bei der Initiative für ein bedingungsloses Grundeinkommen, es ist unlogisch, dass auch solche etwas bekommen sollen vom Staat, die es überhaupt gar nicht nötig haben und die z.T. wohl gar nicht mehr wissen wohin mir ihrem Geld, der Staat hat für die Armen und solche mit einem Handicap zu Sorgen und nicht für die Reichen mit einem Handy, die sich nicht ums "überleben" kümmern müssen. Das war schon immer seine Aufgabe. Genau darum werden solche Ideen nicht mehrheitsfähig.
  • Rene  Grunder aus Bern
    07.03.2016
    Vorschlag: ÖV gratis für ARBEIT und ev. noch Ausbildung. Also wenn ich vorweisen kann, dass ich arbeite und auf dem Arbeitsweg bin (irgend ein Auseis der Firma), dann ist ein Streckenabo gratis.
  • Michael  Meienhofer aus Ostermundigen
    07.03.2016
    Politische Förderung des Mobilitätswahnes. Eine typische SP-Spritzkanne - gut verteil auf alle, auch auf die Gutverdiener. Hallo SP, wie wäre hier eine Mitfinanzierung durch die Sozialämter ? Als nächstens kommt dann wohl die SP-Initiative über das Abschaffen der Steurpflicht.... dann kann jeder wieder mal Geld nach seinem Gusto ausgeben ...da träumen einige noch im Nirwana !
  • Beat  Schweizer aus Basel
    07.03.2016
    Typisch Sozi: Klingt natürlich immer toll, wenns was "Gratis" anzupreisen gibt - bezahlen tun das dann ja "die anderen" (vermutlich einmal mehr die "bösen Autofahrer" oder die doofen Steuerzahler)!
    • Roland  Portmann 08.03.2016
      Genau, und zwar exakt die Steurerzahler, die auch Cédric Wermuths endlos langes Studium bezahlen (ewiger Student) - er, der ja den Kapitalismus überwinden/abschaffen will. Schön, dass seiner Meinung nach das Geld auf den Bäumen wächst und man Kühe von den Wolken heruntermelken kann! Der hat ja wohl nicht mehr alle Nadeln an der Tanne.