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So sah die Messbrücke am 26.1. in Ulrichen aus – die Fühler sind nur wenige Zentimeter über dem Schnee.
(wetter-schweiz.blogspot.com)In Ulrichen im Obergoms ist laut MeteoNews in der Nacht auf Samstag mit minus 33,8 Grad der neue Kälterekord dieses Winters erreicht worden. Dieser wurde gegen 6 Uhr gemessen, teilte MeteoNews heute Morgen mit.
Pascal Hobi von MeteoNews sprach von der kältesten Temperatur von diesem Winter. Noch kälter wurde es laut dem Wetterdienst Meteomedia aber bei der Schwyzer Messstation Glattalp. Dort wurde gerade mal minus 37 Grad gemessen.
Diese Messstation entspreche nicht den Richtlinien der Weltmeteorologischen Organisation (WMO), erklärte Hobi von MeteoNews auf Anfrage. Dem widersprach Jörg Kachelmann von MeteoMedia. Die Station entspreche den Anforderungen der WMO, sagte Jörg Kachelmann. Der Temperaturfühler sei in 6 Metern Höhe installiert und liege damit – bei einer Schneedecke von rund 4 Metern – wie von der WMO gefordert 2 Meter über dem «Boden».
MeteoNews vermeldet als Kälterekord des Winters den zweittiefsten Wert von 33,8 Grad, der in der Nacht auf heute in Ulrichen im Walliser Obergoms auf 1345 Metern über Meer gemessen worden war. SF Meteo wiederum, der Wetterdienst des Schweizer Fernsehens SF, und auch Meteomedia ziehen die Messung in Ulrichen in Zweifel. Dort liege so viel Schnee, dass die Temperatur nur noch wenige Zentimeter über der Schneedecke gemessen werde (siehe Bild). Weil es direkt über dem Schnee deutlich kälter ist, als zwei Meter über dem Boden, fällt die Temperatur-Angabe tiefer aus, als sie sollte.
Die kältesten Orte in Alpen- und Juratälern
| Glattalp SZ | - 37 Grad* |
| Ulrichen VS | - 33,8 Grad |
| Buffalora GR | -29,9 Grad |
| Zuoz GR | -25,9 Grad |
| Davos GR | -25,2 Grad |
| Valbella GR | -24,3 Grad |
| Filisur GR | -23,2 Grad |
| Arosa GR | -23,2 Grad |
| Andeer GR | -23,0 Grad |
| Saignelégier JU | -18,4 Grad |
*gemäss Messung MeteoMedia
Im Flachland heute Nacht allerdings etwas wärmer: In St. Gallen, Basel, Bern und Zürich-Flughafen wurden noch Minustemperaturen von 18,2 bis 17,3 gemessen, also rund 2 Grad wärmer als eine Nacht zuvor.
Dafür kam es in der Gegend rund um die jurassische Hauptstadt Delsberg nochmals zu einer sehr kalten Nacht. In Rossemaison war es minus 22,8 Grad kalt und in Movelier minus 18,8.
Die kältesten Orte im Flachland
| Rossemaison JU | -22,8 Grad |
| Movelier JU | -18,8 Grad |
| Egolzwil LU | -18,7 Grad |
| Oron-la-ville VD | 18,4 Grad |
| St. Gallen | -18,2 Grad |
| Linthal GL | -18,1 Grad |
| Basel-Binningen | -18,0 Grad |
| Bern | -17,7 Grad |
| Zürich Flughafen | -17,3 Grad |
Verspätungen auf der Schiene
Die sibirische Kälte setzte auch den Autofahrern und den Bahnen zu. Weil die Weichenheizungen ab einer Temperatur von minus 15 bis minus 20 Grad nicht mehr einwandfrei funktionieren, kam es trotz des Einsatzes von hunderten von Hilfskräften zu mehreren Weichenstörungen auf dem Bahnnetz.
Die grösste Auswirkung hatte eine Störung in Genf. Zwischen Lausanne und dem Genfer Flughafen waren zeitweise nur noch zwei Geleise befahrbar, weswegen es vor allem am Samstag zu Verspätungen und Zugsausfällen kam. Aber auch am Sonntag warnte die SBB noch vor Verspätungen in der Region.
Wegen schneebedeckter Strassen kam es vor allem am Samstag auch bei den Autoverladen Lötschberg, Furka und Vereina zu grösseren Wartezeiten. Zeitweise mussten Reisende in Kandersteg BE und bei Klosters GR bis zu eineinhalb Stunden mehr Zeit einplanen.
Fast 11'000 Anrufe beim TCS
Die Kälte liess auch beim Autopannendienst des Touring Club Schweiz (TCS) die Drähte heisslaufen. Am Samstag riefen 10'800 Autofahrer wegen Problemen auf der Strasse an. Das ist laut TCS ein Rekord. Eine vergleichbare Situation habe es letztmals vor zwölf Jahren gegeben, sagte ein Sprecher.
Mit nochmals ungefähr gleich vielen Anrufen rechnete der TCS für den Sonntag und die nächsten Tage. Nebst der Kälte dürften auch die in manchen Kantonen bereits beginnenden Sportferien zum Andrang beim TCS beigetragen haben.
Zum Vergleich: Im Februar bearbeitet die TCS-Einsatzzentrale in Schönbühl BE sonst im Schnitt rund 1400 Anrufe pro Tag. Am meisten Probleme bekundeten die Autofahrer mit Batterien und eingefrorenen Türen, Schlössern sowie Handbremsen. (SDA/dra)
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