Minelli bekräftigt: Ich will Gesunde sterben lassen

  • Publiziert: 03.04.2009, Aktualisiert: 13.01.2012

ZÜRICH – Was Ludwig Minelli bereits im letzten Jahr angekündigt hatte, wiederholt er jetzt gegenüber «BBC» erneut: Lebensmüde sollen bei Dignitas Sterbehilfe kriegen – auch wenn sie körperlich völlig gesund sind.

In einem seiner raren Interviews sorgt der umstrittene Dignitas-Chef Ludwig Minelli wieder für Aufruhr: Er will eine Frau in den Freitod begleiten, die völlig gesund ist.

Es handelt sich um eine 70-jährigen Kanadierin, die ihrem schwerkranken 80-jährigen Mann in den Tod folgen will. Sie selbst ist aber kerngesund. Doch Minelli gegenüber hatte sie offenbar erklärt: «Wenn mein Mann geht, will ich mit ihm gehen.»

Dem britischen Sender «BBC» sagte der 76-jährige Chef der Sterbehilfeorganisation Dignitas: «Selbstmord ist eine wunderbare Chance für die Menschheit». Der Freitod sei eine gute Möglichkeit, um einer Situation zu entkommen, die unabwendbar sei.

Minelli prüft nun die eidgenössische Rechtslage, ob auch Gesunde in den Tod begleitet werden dürfen.

BLICK hatte bereits im vergangenen Jahr berichtet, dass Minelli Gesunde in den Tod zu begleiten will. Damals hatte er bei einer Anhörung durch die sozialdemokratische Bundeshausfraktion von seinen erweiterten Sterbehilfeplänen erzählt: Der Staat solle Dignitas-Ärzten erlauben, den Todestrunk Natrium-Pentobarbital jedem zu verschreiben, für den ein begleiteter Suizid «gerechtfertigt» erscheine. (num/gux)

play Minelli: «Selbstmord ist eine wunderbare Chance.» (Keystone/Gaetan Bally)

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