Metzger Patrick J. († 23) wurde im Bahnhof Oensingen SO von einem Güterzug getötet – Seine Familie rätselt über die Unfallursache «Hoffentlich hat er nicht Pokémon gejagt»

OENSINGEN SO - Er war noch so jung und hatte noch sein ganzes Leben vor sich. Jetzt ist Patrick J.* (23) tot. Weil er auf dem Bahnhof-Perron in Oensingen SO auf sein Handy schaute und dabei über die Sicherheitslinie trat? BLICK sprach mit seinen Angehörigen in Deutschland.

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Schreckliche Szenen spielten sich am letzten  Freitag am Bahnhof Oensingen SO ab: Ein junger Mann steigt auf Gleis 4 aus einem Zug und geht auf dem gleichen Perron rüber zum Gleis 3. Dort steht er am Perronrand – und wird von einem Güterzug erfasst und getötet.

Im Vordergrund steht laut ­Polizei ein Unfall. Es liegen derzeit keine Hinweise auf Fremdeinwirkung vor. BLICK weiss: Beim Getöteten handelt es sich um Patrick J.* († 23). Er wohnte in der Nähe des Bahnhofs und arbeitete als Metzger beim Fleischverarbeiter Bell. Das bestätigt dessen Sprecher.

Patrick J. stammt aus einem Dorf in der Nähe von Köthen (D) in Sachsen-Anhalt und zog im Mai in die Schweiz. «Wir sind tief betroffen über seinen Tod», sagt Patricks Grossvater Thomas J.* (68). «Er war so glücklich und plante seine Zukunft in der Schweiz.» Hier seien die ­Arbeitsumstände viel besser. In der neuen Heimat fand Patrick schnell Freunde. Mit ihnen machte er noch am Unfallabend ein Selfie. Um 20.50 Uhr stellte er das Foto auf seine Facebook-Seite. Keine anderthalb Stunden später ist er tot. «Er sieht auf dem Foto glücklich aus», sagt seine Mutter Michaela J.* (46). «Dass er nicht mehr da ist, schmerzt so sehr.»

Ob Patrick J. Alkohol im Blut hatte, wird abgeklärt. Er habe sicher ab und zu ein Bier getrunken, meint sein Grossvater. Und: «Ich hoffe nur, dass er beim Unfall nicht so einen Pokémon auf dem Handy jagte und deshalb nicht merkte, dass er die Sicherheitslinie überschritten hatte.»

Klar sei: Der Lokführer habe Patrick noch gesehen, mit dem Kopf nach unten schauend. «Er gab ein Signal und bremste», sagt Patricks Mutter. «Leider zu spät. Mein Sohn wurde am Kopf erfasst. Und dabei wollte Patrick uns am 5. September besuchen. Doch jetzt kommt er einfach nicht mehr lebend heim.»

* Name der Redaktion bekannt

Publiziert am 01.09.2016 | Aktualisiert am 01.09.2016
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9 Kommentare
  • Roland  Wyler 01.09.2016
    Mich wundert, dass man ein Produkt (Handy) auf den Markt bringen darf, bei dessen Anwendung ich beim Autofahren usw. auf die falsche Fahrbahn gelangen kann, töte oder sterben kann. Wenn ein Joghurt ein wenig zuviel an Zucker enthält, muss der Hersteller es vom Markt zurückziehen.
    Datenschutz? darf man das Handy des Verunfallten, Toten, nicht analysieren ? , dann wüsste man ob er einen Pokemon gefangen hat ! Leider ist das verboten. Es lebe der Datenschutz und sterbe der Handyuser , komisch oder
  • Thomas  homberger 01.09.2016
    Klar es passiert ein Unfall und was ist jedesmal schuld? Pokemon , Immer ist es Pokemon es gibt sonst ja keine App die man als Junger Mensch hat den es gibt nur Pokemon. Tut mir leid aber sowas ist schwachsinnig.Güterzüge sind sowieso Gefährlich und wenn ich mich recht entsinne werden normalerweise eine Durchsage gemacht das einer kommt genau wegen sowas.Aber vermutlich in Deutschland nicht, schade.
  • Marc  Meier 01.09.2016
    Mit der Ueberschrift sugeriert BLICK, dass das Opfer aufs Handy schaute. Da dies nicht feststeht ist dies geschmacklos, unwürdig und journalistisch unseriös. Mit dem verzweifelten, spontanen Bemerkung des Grossvaters in der Trauer lässt sich das auch nicht rechtfertigen. Folglich fallen auch die Leserkommentare zum Nachteil des Opfers aus.
    • Markus  Notter 01.09.2016
      "Klar sei: Der Lokführer habe Patrick noch gesehen, mit dem Kopf nach unten schauend."
  • roger  mafli aus selzach
    01.09.2016
    Mein Beileid! Es ist leider immer öfters festzustellen, dass viele Mitmenschen geradezu von Sinnen sind wenn sie sich mit ihrem Handy beschäftigen. Egal ob im Auto, im ÖV oder zu Fuss. Völlig abwesend nehmen sie ihr Umfeld kaum noch wahr. Vor allem diejenigen welche im Auto dauernd aufs Handy schielen und glauben andere würden nichts merken wenn sie laufend nach unten schauen, erschrecken und grundlos bremsen wenn sie ein Bremslicht wahrnehmen usw. sollte man endlich aus dem Verkehr ziehen.
  • Peter  Hans aus LU
    01.09.2016
    Mein Beileid! Aber sowas musste ja kommen um ehrlich zu sein. Handys sollten so Programmiert sein, dass diese einen schwarzen Touchscreen anzeigen sobald man sich damit gewegt. Diese Seuche mit den Smombies wäre dann auch Gescichte und jeder Handy Besitzer würde wieder auf den Verkehr gucken bein gehen.
    Es wäre so einfach.
    • Kocher  Rodolfo aus BE Seeland
      01.09.2016
      Eine richtige Seuche dieses Handy bedienen während allen möglichen Tätigkeiten. Sogar bei hoher Dichte beim gehen auf Trottoirs, Bahnhofplätzen usw.
      Wer bei solchen Handynutzer zur Seite geht hat schon verloren! Also, ich jedenfalls bin bereit in solchen Situationen mit dem Arm in Abwehrstellung zu gehen , mit Ellenbogen nach vorne und gehe auf meinem Weg keinen Schritt zur Seite.



    • steff  walther 01.09.2016
      wo bitte steht dass ein handy involviert ist - das ist reine spekulation. nichts bringende polemik auf kosten der betroffenen.