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Vorläufig gedenke er nicht nach Libyen zu reisen, sagte Merz am 19. August. Am nächsten Morgen reiste der Bundespräsident nach Tripolis. (Reuters)
«Chronologie der Anstrengungen des Bundesrats seit der Verhaftung von Hannibal Gaddafi am 15. Juli 2008» – so heisst der 11-seitige, vertrauliche Bericht, den der «Sonntag» gestern publik gemacht hat. Und der Bericht bestätigt offiziell die BLICK-Recherchen der vergangenen Wochen.
• Hans-Rudolf Merz hat in der Bundesratssitzung vom 19. August die Kollegen über seine Libyen-Absichten getäuscht: Vorläufig gedenke er nicht nach Libyen zu reisen. Doch am anderen Morgen sass er – wie er es längst geplant hatte – im Flieger nach Tripolis.
• Dort unterschrieb Merz nicht bloss keinen vom Bundesrat abgesegneten Vertrag, sondern schlimmer noch: er unterschrieb einen neuen Vertragstext nach libyschem Gusto. Vorformuliert wurde diese Vorlage – wie BLICK publik gemacht hat – vom Schweizer Anwalt des Gaddafi-Clans.
Besonders bitter für Merz ist, dass der vertrauliche Bericht über seine Tricksereien ausgerechnet in jener Zeitung öffentlich gemacht wird, die bis gestern als fast einzige die Merz-Märchen noch glaubte. Denn bisher stiess die Merz-Entourage bei der «Mittellandzeitung» und deren «Sonntag» immer auf offene Ohren, wenn es darum ging, das von Merz angerichtete Debakel schönzureden und die Verantwortung dafür auf andere abzuschieben.
Jetzt glaubt wohl nur noch Merz selbst seine Geschichten. Dem SonntagsBlick sagte er: «Ich hatte ein gutes Jahr. Die ganze Libyengeschichte hat es zu Unrecht überschattet.»
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Rachefeldzug gegen die Schweiz: Lybiens Staatschef Gaddafi. (Keystone)