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Vier Fragen. Kaum erwacht Hans-Rudolf Merz (65) nach vier Tagen aus dem Koma, werden sie ihm von den Ärzten gestellt.
«Wie gehts?», «Wie heissen Sie?», «Wo sind Sie?», «Kennen Sie uns?».
Was die Ärzte zu hören bekommen, begeistert sie. Grosse Erleichtung in der ganzen Schweiz.
Es ist das Wunder von Bern.
«Er hat alle Fragen korrekt beantwortet», sagt Starchirurg Thierry Carrel. Am Sonntagabend legte er dem Bundesrat in einer Not-OP fünf Bypässe. «Weiterhin gut ist auch die Herzfunktion des Patienten.»
Vor allem aber staunen die Ärzte über die Präsenz ihres berühmten Patienten. «Ich konnte mit Herrn Merz reden und habe sogar mit ihm die Pressekonferenz vorbereitet», sagt Bruno Regli, stellvertretender Leiter der Intensivmedizin am Berner Inselspital.
Zusammen mit der Familie Merz ist Regli dabei, als der Bundesrat langsam aus dem Koma erwacht. Was er sieht, beruhigt ihn sehr. «Sein Zustand war so gut, dass sich im Moment eine detaillierte Untersuchung seiner Hirnfunktionen erübrigt.»
Fast vier Minuten war Bundesrat Merz nach seinem Herz-Kreislauf-Stillstand am Samstagabend bexwusstlos. Sein Gehirn ohne Sauerstoff. Die Angst war gross, dass es Schaden genommen hat.
Doch so wie der Patient nach dem Erwachen reagierte, zeigen sich die Ärzte zufrieden mit der Gehirntätigkeit.
Ob irgendwelche Beeinträchtigungen definitiv ausgeschlossen werden können, wollten sie aber nicht kommentieren. Herz-Chirurg Carrel: «Für einen Patienten, der das alles mitgemacht hat, ist sein Zustand jetzt überdurchschnittlich gut. Er hat wirklich Glück gehabt.»
Nicht zuletzt sei das aber auch ein besonderes Verdienst der Ärzte in Herisau und St. Gallen. Sie hätten den Patienten «perfekt betreut».
Bundesrat Merz hat sich auch schon selber bei den Ostschweizern bedankt. Hans Rickli, Kardiologie-Chefarzt am Kantonsspital St. Gallen, hat ihn gestern im Inselspital besucht: «Er hat mich gleich erkannt und mir Grüsse aufgetragen.»
In den nächsten Tagen kann der Bundesrat bereits von der Intensivstation auf die Bettenstation verlegt werden. Wo der Appenzeller Chrampfer wohl weiterhin mitorganisieren und mitreden wird, wenn er den Bundesratskollegen helfen kann. Carrel sieht seinen Spitalaustritt allerdings erst in etwa zwei Wochen, «je nach Erholung».
Ob der Finanzminister sein Amt schon in den nächsten Monaten wieder antreten kann, steht noch in den Sternen. Carrel: «Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass er noch in diesem Jahr in sein Amt zurückkehrt. Nur, Bundesrat ist kein einfacher Job.»
Hans-Rudolf Merz müsse mit seiner Familie zusammen entscheiden, ob er wieder aktiv werden solle.
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Er bedankte sich bereits bei den Ärzten: Hans-Rudolf Merz (66). (Keystone)