Wegen SBB: Meine Klasse kann nicht auf die Schulreise!
ZÜRICH – Morgen ist der grosse Schulreisetag. Auch Werner Manser und seine 25 Schüler freuten sich darauf. Doch die SBB machten ihnen einen Strich durch die Rechnung.
Aktualisiert um 16:56 | 17.06.2009
Lehrer Manser ist stinksauer auf die SBB. Der für morgen geplante Ausflug an den oberen Zürichsee fällt ins Wasser. Grund: Die SBB nahmen seine Reservation für die Fahrt im Interregio von Wittenbach nach Schmerikon SG nicht an.
Man sei wegen den vielen Schulreisen an diesem Morgen komplett ausgelastet, hiess es. Deswegen gebe es keine Möglichkeit, die 24-köpfige Klasse zur gewünschten Zeit ans gewünschte Ziel zu bringen.
Dafür hat Lehrer Manser zwar Verständnis. Er weiss, dass morgen viele Klassen mit den SBB unterwegs sind. Wofür er aber kein Verständnis hat: Als er den Disponenten fragt, ob es denn der SBB nicht möglich sei, einen Bus zu organisieren, wird Manser schnöde zurückgewiesen: «Man sagte mir, ich könne ja eine Stunde früher oder später fahren. Doch das hätte das Programm komplett über den Haufen geworfen.»
«Zurück bleiben 24 Fünftklässler, welche nicht auf die angesagte Schulreise gehen können, weil die SBB nicht in der Lage sind, ihren Transportauftrag wahrzunehmen», beklagt sich der Lehrer gegenüber Blick.ch.
«Wirft kein gutes Licht auf die Staatsbahn!»
Lehrer Manser glaubt nicht, «dass da alle Hebel in Bewegung» worden sind, um der Klasse den Ausflug doch noch zu ermöglichen. «Auf jeden Fall wirft es kein gutes Licht auf unsere Staatsbahn!»
Die SBB wehren sich: «Es gibt derzeit ein gewaltiges Pensum an zusätzlichen Passagieren zu bewältigen», erklärt SBB-Sprecher Reto Kormann. Allein für morgen rechnen die SBB mit 65´000 Schülern, die auf Klassenfahrt gehen. Zusätzlich zu den 900´000 Reisenden, die täglich mit dem Zug fahren.
Grosskampftag für die SBB
«Gerade dieser Donnerstag ist Grosskampftag», so Kormann. Man habe deswegen 180 Verstärkungswagen und 10 Extrazüge für diese Woche aufgeboten.
Natürlich versuchten die SBB, den Wünschen der Schulklassen zu entsprechen. Aber man müsse auch Rücksicht auf die Pendler nehmen; ihre regulären Strecken dürften durch Umbuchungen und Extrafahrten nicht in Mitleidenschaft gezogen werden.
Aber wieso stehen den Schülern keine Extrabusse der SBB zur Verfügung? «Wir sind in erster Linie ein Bahnunternehmen», so Kormann. «Ein Car-Unternehmen werden wir nicht auch noch!» (gux)
Man sei wegen den vielen Schulreisen an diesem Morgen komplett ausgelastet, hiess es. Deswegen gebe es keine Möglichkeit, die 24-köpfige Klasse zur gewünschten Zeit ans gewünschte Ziel zu bringen.
Dafür hat Lehrer Manser zwar Verständnis. Er weiss, dass morgen viele Klassen mit den SBB unterwegs sind. Wofür er aber kein Verständnis hat: Als er den Disponenten fragt, ob es denn der SBB nicht möglich sei, einen Bus zu organisieren, wird Manser schnöde zurückgewiesen: «Man sagte mir, ich könne ja eine Stunde früher oder später fahren. Doch das hätte das Programm komplett über den Haufen geworfen.»
«Zurück bleiben 24 Fünftklässler, welche nicht auf die angesagte Schulreise gehen können, weil die SBB nicht in der Lage sind, ihren Transportauftrag wahrzunehmen», beklagt sich der Lehrer gegenüber Blick.ch.
«Wirft kein gutes Licht auf die Staatsbahn!»
Lehrer Manser glaubt nicht, «dass da alle Hebel in Bewegung» worden sind, um der Klasse den Ausflug doch noch zu ermöglichen. «Auf jeden Fall wirft es kein gutes Licht auf unsere Staatsbahn!»
Die SBB wehren sich: «Es gibt derzeit ein gewaltiges Pensum an zusätzlichen Passagieren zu bewältigen», erklärt SBB-Sprecher Reto Kormann. Allein für morgen rechnen die SBB mit 65´000 Schülern, die auf Klassenfahrt gehen. Zusätzlich zu den 900´000 Reisenden, die täglich mit dem Zug fahren.
Grosskampftag für die SBB
«Gerade dieser Donnerstag ist Grosskampftag», so Kormann. Man habe deswegen 180 Verstärkungswagen und 10 Extrazüge für diese Woche aufgeboten.
Natürlich versuchten die SBB, den Wünschen der Schulklassen zu entsprechen. Aber man müsse auch Rücksicht auf die Pendler nehmen; ihre regulären Strecken dürften durch Umbuchungen und Extrafahrten nicht in Mitleidenschaft gezogen werden.
Aber wieso stehen den Schülern keine Extrabusse der SBB zur Verfügung? «Wir sind in erster Linie ein Bahnunternehmen», so Kormann. «Ein Car-Unternehmen werden wir nicht auch noch!» (gux)
Lehrer Werner Maser (l.) musste den Klassenausflug wegen Platzmangel bei der SBB verschieben. (Leserfoto)
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