Meili doziert über UBS und Hitler

  • Publiziert: 22.02.2008, Aktualisiert: 14.01.2012

ZÜRICH – Christoph Meili. Er stellt ein Video nach dem anderen ins Netz. Nun referiert er über die Rolle der Banken im zweiten Weltkrieg. Was will er damit bezwecken?

Wieso greift Christoph Meili zur Videokamera und meldet sich per YouTube-Video in seiner alten Heimat? Ist es Heimweh? Oder kann er selbst im «Exil» in den USA nicht leben ohne die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit in der Schweiz?

«Er ist immer noch verletzt, fühlt sich über den Tisch gezogen», sagt Josef Sachs, Psychiatriearzt an der Klinik Königsfelden, gegenüber Blick.ch. Seine Videos seien ein verzweifelter Versuch des ehemaligen UBS-Wachmanns, «Gerechtigkeit herzustellen». Jahre nachdem er in der Öffentlichkeit vom Held zum Buhmann wurde.

Immer wieder greift Christoph Meili zum Weinglas, nippt daran und starrt in die Kamera. Dieses Mal erzählt er über Hitler. Und über die Eidgenössische Bank, eine der Ahnen der heutigen UBS. Darüber, wie Nazi-Deutschland von der Eidgenössischen Bank finanziert wurde. Er spricht von dem «geheimen» Treffen der Banken mit Hitler in Zürich. Hitler sei als armer Mann mit einer Idee gekommen und als reicher Mann mit einem Plan wieder gegangen.

Fehlt nur noch, dass er sich zum Steuerskandal in Liechtenstein und zur Rolle von Henry Kieber, dem mutmasslichen «Steuerverräter» äussert.

Christoph Meili: Vom einstigen Schweizer Held zum Produzent fragwürdiger Youtube-Soaps. Er setzte sich nach seinem grossen Coup ins Ausland ab. So wie Henry Kieber wohl auch. Denn auch dieser kriegte sensible Daten in die Hände und brachte sie an die Öffentlichkeit. Nur kriegte Kieber – im Gegensatz zu Meili – nie die Heldenrolle.

Meili, der anfängliche Held – Kieber der «Steuerverräter». Was meinen Sie, gebührt Henry Kieber ebenso Ruhm?

play Henry Kieber: Held oder Verräter? (ZVG)

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