Mehrere Anzeigen eingegangen: Droht dem Hakenkreuz-Werber sogar Knast?

ZÜRICH - Das Hakenkreuz-Plakat des Werbers Parvez Sheik Fareed beschäftigt die Zürcher Staatsanwaltschaft. Mehrere Anzeigen gingen schon ein – unter anderem wegen Verstoss gegen das Wappenschutzgesetz.

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Nach heftiger Kritik hatten die SBB die Werbung mit dem Hakenkreuz gestoppt. persoenlich.com
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Schweiz

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Das Hakenkreuz-Plakat gegen die Durchsetzungsinitiative hat möglicherweise juristische Konsequenzen. Wie die «SonntagsZeitung» heute berichtet, wurden in den vergangenen Tagen gleich mehrere Anzeigen eingereicht. 

Eine Anzeige, die vergangenen Dienstag bei den Behörden einging, könnte dem Macher des Plakats oder anderen an der Verbreitung Beteiligten laut der Zeitung besonders gefährlich werden. Gegen Unbekannt gerichtet, zeigt sie einen Verstoss gegen das Wappenschutzgesetz an. So verbietet das Bundesgesetz zum Schutz öffentlicher Wappen die Verwendung des Schweizerkreuzes, falls die Benutzung «gegen die guten Sitten verstösst». Bei einer Verurteilung droht eine Busse von bis zu 5000 Franken oder Haft bis zu zwei Monaten.

Doch wer hätte einen allfälligen Gesetzesbruch tatsächlich zu verantworten? In Frage käme Werber Parvez Sheik Fareed, der das Plakat gestaltete. Aber auch die SBB und die Plakatgesellschaft APG, die die Werbeflächen zur Verfügung gestellt haben, sowie die anonymen Auftraggeber, die die Kampagne bezahlt haben, könnten zur Rechenschaft gezogen werden.

Will kein anderes Sujet entwerfen: Werber Parvez Sheiz Fareed. play
Werber Parvez Sheik Fareed hat das umstrittene Plakat gestaltet.

Laut Corinne Bouvard, Sprecherin der Zürcher Staatsanwaltschaft, wird die Anzeige zurzeit bearbeitet. «Wir müssen nun entscheiden, ob und allenfalls gegen wen ein Verfahren eröffnet wird.»

Weitere Anzeige nimmt Werber ins Visier

Eine weitere Anzeige zielt direkt gegen Plakat-Macher Sheik Fareed. Sie stammt von David Sassan Müller, Rechtsanwalt und juristischer Berater bei der Aargauischen Industrie- und Handelskammer. Er sei überzeugt, dass der Werber gegen die Rassismus-Strafnorm verstossen hat, sagte er gegenüber der «Aargauer Zeitung». Laut eigenen Angaben hat er die Klage am Freitag per Mail eingereicht, nächste Woche will er sie «formal korrekt» auch noch schriftlich nachreichen.

Rechtliche Schritte plant zudem der parteilose Ständerat Thomas Minder. «Wir klären zurzeit mit Markenschutzanwälten ab, wie wir gegen das Plakat vorgehen können», sagt sein politischer Sekretär Claudio Kuster. Die beiden Schaffhauser zielen auf die Auftraggeber der Hakenkreuz-Werbung. Verantwortlich sei, wer die Plakate bezahlt habe.

Sheik Fareed selbst fasst derweil eine Schadensersatzklage gegen die SBB ins Auge, weil diese die Werbung gestoppt haben. 

Publiziert am 28.02.2016 | Aktualisiert am 04.04.2016
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21 Kommentare
  • Michael  Meienhofer aus Ostermundigen
    28.02.2016
    Er soll, besser gesagt, muss in den Knast. Wenn ich eine Hakenkreuzfahne an gleicher Stelle aufhänge , sitze ich auch, da spielt die Farbe rot oder schwarz wohl keine Rolle !
  • Peter  Kunz aus Biberist
    28.02.2016
    Eine Anklage erachte ich als wichtig und korrekt. Ein Gericht soll über diese Plakatgeschichte befinden. Doch man müsste auch den CEO der Firma die das Plakat publizierte ebenfalls anklagen. Offensichtlich wurde das Plakat von der SBB publiziert.
  • Gerhard  Marti , via Facebook 28.02.2016
    Ja wie immer die kleinen hängt man. Warum keine anzeige gegen politiker landolt. Die schweizer justiz ist so korupt wie nirgend. der werber hat nur seinen auftrag erfüllt. Die leute die die anzeigen gemacht haben sind sicher selber nicht sauber.
  • Maxi  Niederberger 28.02.2016
    Das Schweizer Kreuz zu einem Hakenkreuz umzugestalten ist schon speziell. Man ist sich jedoch heute so viel gewohnt, dass es einem kaum noch vom Hocker reisst. Der Selbstschutz in Form von Abgebrühtheit lässt grüssen.
  • Rocky  Stall aus Wiesendangen
    28.02.2016
    Oftmals ist überlegen vor emotionellen Aktionen bedeutend wichtiger als die in diesem Falle doch etwas aggressive Botschaft. Zudem, wenn man hier wohnt, das Land kennt, eine gute Ausbildung genossen hat nicht sehr clever. Zudem solche Plakate sogar entwicklen darf. Andernort wäre er bereits in dunklen Zellen für die nächsten Jahre verschwunden. In DIESEN Ländern braucht es weit weniger um drakonisch bestraft zu werden.