Mehr Bahn – mehr Kosten für Kunden

  • Publiziert: 22.12.2008, Aktualisiert: 03.01.2012

BERN – «Bahn 2030» heisst das Projekt zum Ausbau der SBB: Mehrere Milliarden sollen in den öffentlichen Verkehr investiert werden. Zahlen dürfens die Kunden.

Kurz vor den Feiertagen schnürte der Bundesrat noch ein Milliardenpaket für den Ausbau des Strassen- und Schienenverkehrs. In den nächsten 20 Jahren sollen bis 32 Milliarden Franken investiert werden.

Doch kaum wurden die Pläne bekannt, geht das Gerangel ums Bezahlen los. Der Plan für den Ausbau des Strassennetzes die Mineralölsteuer um drei Rappen/Liter zu erhöhen, stösst auf Widerstand.

Gegenwehr dürfte es auch bei der Finanzierung der Bahn geben. Der Bundesrat schlägt vor, den Ausbau der Bahn mittels Schwerverkehrsabgabe LSVA zu finanzieren. Das passt den Kantonen nicht, die aus diesem Topf weniger Mittel erhalten würden. Oder via Billettpreis, was den VCS stört.

Doch genau dort will SBB-Chef Andreas Meyer ansetzen. In einem Interview mit der Berner Zeitung betont er: «Ich persönlich glaube, dass man nicht nur Geld von der öffentlichen Hand verlangen kann. Auch die Kunden werden ihren Beitrag leisten müssen. Ansonsten ist das System des öffentlichen Verkehrs 2030 praktisch nicht bezahlbar.»

Meyer erwartet bis 2030 eine Verdoppelung der Passagierzahlen. Deshalb sei ein Ausbau nötig. Tatsächlich sind auf einzelnen Strecken schon heute die Züge massiv überfüllt. Vielfach bleibt den Passagieren nur noch ein Stehplatz. Angesichts der Ticketpreise eine bittere Pille.

Deshalb scheint es fraglich, ob wirklich so viele Leute auf den öffentlichen Verkehr umsteigen, wenn er noch teurer wird. (zum)




Bahn muss billig bleiben

Kommentar«Der Kluge fährt im Zuge» kalauerte eine Werbekampagne der SBB in den sechziger Jahren. Seither hat die Bahn ihr Angebot massiv ausgebaut – und die Preisspirale nach oben geöffnet. Schon jetzt muss der Kluge ein dickes Portemonnaie haben, wenn er mit dem Zug fahren will. Beispiel Bern-Zürich retour: 92 Franken, 2. Klasse ohne Halbtax-Abo!Wenn nun ein Milliarden-Ausbau via Billettpreis subventioniert werden soll, ist klar, dass kleine Preiserhöhungen nicht reichen. Bahn fahren wird richtig teuer. Und der Kluge ist der Dumme.Darin liegt die grosse Gefahr: Anstatt mehr Reisende auf den Zug zu bringen, treibt man sie ins Auto. Weils billiger ist.

Verkehrsausbau: Das ist geplant

Das Nationalstrassennetz soll ausgebaut werden. In einem ersten Schritt sollen 5,5 Milliarden Franken investiert werden. Unter dem Namen «Bahn 2030» sollen bis zu 21 Milliarden in den Ausbau des Streckennetzes und neues Rollmaterial investiert werden. Im Nahverkehr sind Investitionen in der Höhe von rund 6 Milliarden Franken vorgesehen.

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