Medizinethik Zürcher Kinderspital arbeitet Behandlung intersexueller Kinder auf

BERN - BE - Seit den 1950er Jahren wurde Kindern ohne eindeutiges Geschlecht durch Medikamente oder Operationen ein Geschlecht zugewiesen. Diese Praxis geriet unter heftige Kritik. Das Kinderspital Zürich will nun mit einem SNF-Projekt die eigene Geschichte dazu aufarbeiten.

Zürich Kinderspital Studie zu Behandlung intersexueller Kinder play
Das Kinderspital Zürich galt ab der 1950er Jahre als führende Institution für die Behandlung von Intersexualität bei Kindern. Heute will das Spital die damaligen Behandlungspraktiken aufarbeiten. (Archivbild) KEYSTONE/WALTER BIERI

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Zahlen Sie es bloss nicht in Raten! Wucherzins fürs GA
2 Nummernschild-Auktion Wallis will mit «VS 1» Kohle machen
3 Mit den Skiern zur Prüfung Hier ist ein Profi-Freerider zu spät dran

Schweiz

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
20 shares
Fehler
Melden

Die Behandlung fand in der Regel ohne Einwilligung der betroffenen Kinder statt und bedeutete langfristig teils schwere psychische und körperliche Belastung. Die geplante Untersuchung soll eine Pilotstudie des Kinderspitals aus dem Jahr 2014 vertiefen, die von der Selbsthilfeorganisation zwischengeschlecht.org angestossen worden war, wie der Schweizerische Nationalfonds SNF am Montag mitteilte.

Ein interdisziplinäres Forscherteam des Kinderspitals und des Lehrstuhls für Medizingeschichte der Universität Zürich wird untersuchen, wie das Universitäts-Kinderspital von 1945 bis 1970 mit Fällen von Kindern umgegangen ist, die mit einer Variante der Geschlechtsentwicklung geboren wurden. Dabei soll sowohl die Sichtweise der Betroffenen als auch der behandelnden Mediziner berücksichtigt werden.

Seit den 1950er Jahren galt das Zürcher Kinderspital als eine der führenden Institutionen für die Erforschung und Behandlung des Phänomens, das oft als Intersexualität bezeichnet wird. Das Spital besitzt aus dieser Zeit eine Sammlung an Dokumenten, die vom Staatsarchiv des Kantons übernommen und archiviert wurden und als Grundlage für die medizinhistorische Aufarbeitung dienen können.

Die Studie solle einen Beitrag leisten zu der aktuellen Debatte über den Umgang mit Menschen mit einer Variante der Geschlechtsentwicklung, hiess es in der Mitteilung. Der SNF unterstützt die Forschenden mit 500'000 Franken während zwei Jahren. (SDA)

Publiziert am 10.10.2016 | Aktualisiert am 10.10.2016
teilen
teilen
20 shares
Fehler
Melden