Couchepin-Nachfolge Marschiert Burkhalter einfach durch?

  • Publiziert: 31.08.2009, Aktualisiert: 20.01.2012
  • Von Simon Spengler

Läuft das Bundesratsrennen auf den Kompromisskandidaten Burkhalter raus? Sicher ist das nicht! BLICK zeigt, wer dem Neuenburger gefährlich werden könnte.

Didier Burkhalter weiss die klare Mehrheit seiner eigenen Partei hinter sich. Letzten Freitag wurde der Neuenburger Ständerat gleich im ersten Wahlgang nominiert. Ausserdem darf der Kompromisskandidat darauf hoffen, von links wie rechts die nötigen Stimmen zu ergattern. Nicht ausgeschlossen, dass das freisinnige Kalkül aufgeht. Aber es könnte auch ganz anders kommen. Wer die Burkhalter-Rechnung alles durchkreuzen könnte: Christian Lüscher: Der weit rechts politisierende Christian Lüscher ist von der FDP eigentlich nur als Beruhigungspille für die SVP aufgestellt. Er dürfte von ihr auch massiv unterstützt werden: immerhin 65 potenzielle Stimmen. Holt er von den möglichen 47 Stimmen der eigenen Partei mehr ab als erwartet, und gleichzeitig Burkhalter bei Grün-Links weniger als erhofft, könnte Lüscher vor Burkhalter liegen. In der FDP heisst es: «In dem Fall ziehen wir ihn zurück.» Zwingen kann ihn aber niemand. Ein Finale Lüscher gegen CVP-Kandidat Urs Schwaller wäre möglich – und Schwaller so gut wie gewählt. Jean-François Rime: Die SVP liebäugelt weiter mit der eigenen Kandidatur ihres Vizepräsidenten. Tritt Rime an, fliegt Lüscher aus dem Rennen. Auch der Freiburger Rime hat letztlich keine Chance. Nach seinem Ausscheiden ist offen, was mit den SVP-Stimmen passiert. «Viele würden leer einlegen», so ein SVP-Fraktionsmitglied. Leere Stimmen sind aber nicht wertlos, sondern senken das absolute Mehr: Vorteil für Schwaller. Und Rime hätte in Freiburg beste Chancen, dessen Ständeratssitz zu erben. Pascal Broulis: In der Fraktion chancenlos, aber noch nicht abgeschrieben. Sollte Lüscher vor Burkhalter liegen, könnte sich der linke FDP-Flügel an Broulis erinnern und ihn mit Hilfe der 75 Stimmen von Grün-Links zurückbringen. Die Bauern: Alle FDP-Kandidaten wollen den Agrarfreihandel mit der EU. Das kann der Bauernlobby in der SVP kaum passen. Nur Schwaller tritt beim Freihandel auf die Bremse. Der CVP-Mann darf deshalb auch auf Stimmen aus der SVP hoffen. Das könnte den Ausschlag geben. Die Konfession: Würde Katholik Couchepin durch Protestant Burkhalter ersetzt, wären die Katholiken mit nur noch zwei Vertretern im Bundesrat krass untervertreten – gegen fünf Reformierte. Offen wird das zwar nie diskutiert. Im Hintergrund spielt die Konfessionsfrage aber nach wie vor eine Rolle. Didier Burkhalter als Bundesrat? Wäre das eine gute Wahl? Schreiben Sie uns Ihre Meinung.

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