Marius M. (27) stürzte mit seinem LKW 15 Meter in die Tiefe «Ich konnte einfach nicht mehr bremsen»

ZÜRICH - Vor einer Woche ereignete sich auf der Sihlhochstrasse ein spektakulärer Unfall: Ein Lastwagen durchbrach eine Betonmauer und stürzte 15 Meter tief ins Flussbett der Sihl.

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Ungläubig schaut sich Marius M.* (27) die Fotos vom Wrack seines Camions an. «Ich habe riesiges Glück, dass ich noch lebe», sagt der rumänische LKW-Fahrer, der im Zürcher Universitätsspital liegt. Vor einer Woche krachte er mitten im Feierabendverkehr mit seinem Lastwagen von der Sihlhochstrasse 15 Meter in die Tiefe. Elf Personen in sieben Fahrzeugen wurden dabei verletzt. Marius M. selbst brach sich beide Beine mehrfach (BLICK berichtete).

Der Chauffeur erinnert sich noch deutlich an seine Retter: «Ich möchte mich bei allen herzlich bedanken, die mir geholfen haben, bevor die Polizei eintraf», sagt er mit leiser Stimme.

An den Unfallhergang erinnert sich Marius M. nur vage: «Ich weiss noch, dass am Autobahnende plötzlich ein Stau war. Ich habe ihn aber zu spät gesehen und konnte einfach nicht mehr rechtzeitig bremsen.» Der LKW-Fahrer riss in seiner Not das Steuer herum und versuchte, der Autokolonne irgendwie auszuweichen. Dabei verlor er die Kontrolle über sein Fahrzeug.

Was dann passierte, weiss Marius M. nur aus Erzählungen: Der Camion durchbrach eine massive Betonmauer und stürzte in die Tiefe. «Die nächste Erinnerung, die ich habe, sind die Arbeiter, die mir geholfen haben.» Ganz sicher ist sich der Rumäne in einem Punkt: «Ich bin nicht am Steuer eingeschlafen. Ich bin ein erfahrener LKW-Chauffeur.»

Seine Beine stecken noch immer in einem dicken Verband. Trotz der Schmerzen lächelt Marius M. wieder: «Ich konnte mit meinen Angehörigen sprechen. Die hatten einen Riesenschreck, als sie die Bilder vom Unfall sahen.» Wann er das Spital verlassen kann, ist unklar: «Ich hatte schon eine Operation. Aber die Ärzte haben gesagt, dass sie vielleicht nochmals ran müssen.»

Im Bekanntenkreis des Unfallfahrers hat man andere Sorgen. Ein Freund sagt zu BLICK: «Wir haben Angst, dass Marius auf den Unfallkosten sitzenbleiben könnte.» Daran hat dieser bisher noch keine Gedanken verschwendet: «Ich bin einfach froh, dass niemand ums Leben kam. Ich entschuldige mich bei allen, die verletzt wurden.»

Bei der zuständigen Staatsanwaltschaft kann man noch nichts Definitives zur Unfallursache sagen, obwohl Marius M. bereits befragt wurde. Man warte jetzt die Resultate des Blut- und Urintests ab.

* Name der Redaktion bekannt

Publiziert am 08.03.2016 | Aktualisiert am 30.06.2016
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3 Kommentare
  • Edwin  buchmann 08.03.2016
    Bei seinem ganzen Verschulden muss man diesem Fahrer zu gutehalten,dass er ehrlich ist und sich genau ans Geschehen erinnert wie es zum Unfall kam und nichts verheimlicht und seinen Fehler zugibt. Nicht so wie gewisse ex Rennfahrer Politiker die sich vorsichtshalber an nichts mehr erinnern und lügen und nur das zugeben was bewiesen werden kann. Hoffe,dass dieser LKW Fahrer trotz allem irgendwann wieder ein normales Leben führen kann.
  • Aureliano  Buendia aus Zürich
    08.03.2016
    Na der sieht ja richtig glücklich aus... liegt wohl an den richtig guten Schmerzmitteln ;-) . Auf jeden Fall standen ihm alle seine Schutzengel zur Seite. Dieses tote Autobahnstück gehört endlich entfernt oder wenigstens besser abgesichert. Oder möchte wirklich noch jemand eine Autobahn mitten durch Zürich?
  • Thomas  Maeder 08.03.2016
    Wünschenswert wäre aus meiner Sicht, dass man nicht nur beim Unfallverursacher, sondern auch bei den Fuhrhaltern genauer hinsieht. Wenn man so liest, was alles rausgezogen wird, habe ich diplomatisch gesagt den Eindruck, dass es bei der Sicherheitskultur zum Teil Luft nach oben gibt.