Makabere Schlamperei Die Post wirbt mit einer Toten

Die Post wirbt mit einer toten Mitarbeiterin. Witwer Peter S. ist empört. «Mir fehlen die Worte. Das tut nur weh», sagt er.

Hunderte dieser Briefe verschickte die Post. play

Hunderte dieser Briefe verschickte die Post.

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Die Nachricht ist freundlich. Eine Werbekarte, gefaltet, mit Tipps und Angeboten für die Weihnachtszeit, dazu ein passender Wettbewerb. Verschickt von der Post im Namen der Filialleiterin Marlène S.*, deren Foto auf dem Briefkopf prangt. Das Schreiben ging an einige Hundert Kleingewerbler in den Regionen Freiburg und Bern. Datiert vom November 2014.

Doch Marlène S. ist seit fast zwei Monaten tot. Sie starb am 25. September mit 37 Jahren an einem Herzstillstand. Im Begleitbrief der Post aber wünscht sie ihren Kunden «eine stressfreie Weihnachtszeit». Weiter heisst es: «Sie können mit mir Kontakt aufnehmen, um eine Aktion in unserer Poststelle durchzuführen. Freundliche Grüsse, Poststelle Bösingen, Marlène S.»

Zudem enthält das Schreiben einen weiteren Fehler. Die Post schloss die erwähnte Filiale bereits im Sommer. In der ehemaligen Verkaufsstelle in Bösingen FR geschäftet nun ein Kosmetikstudio. Marlène S. wurde kurz vor ihrem Tod nach Ittigen BE versetzt.

Der Ehemann von Marlène S. erfährt erst durch BLICK von den Karten. Die Post hatte ihn nicht informiert, obwohl sie vom Fehler wusste. «Mir fehlen die Worte. Das tut weh», sagt Peter S.* (46). «Das ist eine Frechheit und schlampig. Dazu ist das Foto meiner Frau uralt. Sie trug seit drei Jahren keine Brille mehr», sagt Peter S.

Wie konnte es passieren, dass die Post mehrere Hundert Karten im Namen einer verstorbenen Mitarbeiterin verschickt? « Da ist uns ein ganz schlimmer Fehler passiert», sagt Pressesprecher ­Oliver Flüeler. Die Weihnachtskarten seien am 24. September, einen Tag vor dem Tod von Marlène S., in den Druck gegangen.

«Wir haben versucht, die Sendungen zu stoppen, doch die Briefe, die je nach Region einen anderen Briefkopf haben, waren im Versand wild durcheinandergemixt», so Flüeler. «Leider konnten wir nur einzelne Karten aus dem Stapel nehmen.» Wie viele fehlerhafte Briefe verschickt worden sind, weiss er nicht.

Auch für die falsche Post­adresse auf dem Brief hat Pressesprecher Flüeler eine Erklärung. «Wir haben vergessen, die Änderung zu mutieren.» Immerhin: «Wegen des Vorfalls haben wir interne Anpassungen getroffen. Fortan lassen wir die Karten nach Regionen getrennt drucken.»

Peter S. ärgert sich über die Post. «Fehler passieren. Dass man mich aber nicht informierte, ist nicht zu entschuldigen.»

Publiziert am 21.11.2014 | Aktualisiert am 21.11.2014
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25 Kommentare
  • Metzger  Mario 21.11.2014
    Solchen Irrsinn erlebt man heute im Umgang mit Behörden und Betrieben jeder Art täglich. Die Fähigkeit zu verantwortungsbewusstem selbständigem Denken und zuverlässiger Arbeit in den kaufmännischen und handwerklichen Berufen ist in bedenklichem Masse verloren gegangen, weil heute alle, die auf zwei zählen können aufs Gymnasium gehen.
  • Bibiana  Schloss 21.11.2014
    Ich weiss auch nicht was das Geschrei jetzt soll. Immerhin kommt so die verstorbene nochmals zu besonderen Ehren und man denkt wieder an diese Frau, die leider zu früh gehen musste !
  • Martin  Schönenberger aus Schaffhausen
    21.11.2014
    Der Politspruch:
    Gott sei Dank........ist ja nur ein Einzelfall!!!!!!
  • Wüthrich  Robert , via Facebook 21.11.2014
    «Vielleicht hätte man jemanden fragen sollen, der sich mit sowas auskennt». Dieser Werbespruch bekommt, nicht nur in diesem Fall, immer mehr Bedeutung.
  • Nadja  Rossi aus Reykiavik
    21.11.2014
    Die Dienstleistungen der Post lassen in letzter Zeit generell arg zu wünschen übrig. Ich habe kürzlich einem Bekannten ein Paket geschickt. 1 Woche später war es wieder bei mir, von der Post retourniert, und ich musste erst noch 7 Franken Gebühr zahlen. Die Begründung: Der Adressat verreiste für 1 Woche in die Ferien und wollte lediglich die Briefpost nachsenden lassen. Früher hätte man ein Paket auf der Post gelagert, bis der Empfänger aus den Ferien zurück war. Eine Frechheit!