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Christian Wenk ist vom eigenen E-Mail-Konto ausgesperrt worden. (Ovationcy GmbH)
Die E-Mail-Betrüger haben sich eine neue Masche einfallen lassen. Prominentes Opfer ist der Oberarzt und Rollstuhlsportler Christian Wenk (37).
Der Hilferuf kommt per Mail: Er sitze in Aberdeen (Schottland) fest, sei ausgeraubt worden, schreibt der Absender Christian Wenk. «Kannst du mir ein bisschen Geld borgen, damit ich alles erledigen kann?» Und weiter: «Western Union ist die beste Möglichkeit.»
Gestern Morgen gegen 8 Uhr ging das erste dieser Mails raus. Seither läutet das Handy des echten Christian Wenk (37) Sturm. «Alle wollen wissen, ob sie sich wirklich Sorgen machen müssen», sagt der Rollstuhlsportler und Oberarzt an der Klinik St. Anna in Luzern.
Das müssen sie nicht. Wenk hat das Mail nicht geschrieben. Sein E-Mail-Account beim Google-Dienst Gmail wurde gehackt. Und ein Fremder verschickt jetzt Mails im Namen Wenks.
Fies: Die Mails entsprechen nicht dem typischen Spam-Muster. Sondern appellieren ans Mitgefühl von Bekannten. «Wer mich ein bisschen besser kennt, weiss, dass das Mail nicht von mir stammen kann. So viele Tippfehler würde ich auch in Panik nicht verschicken», so Wenk. «Aber das Mail ging wohl an alle 2500 Kontakte meines Google-Kontos. Da sind nicht nur gute Bekannte darunter.»
Wenk versuchte gestern Morgen, die Welle zu stoppen. Vergeblich. «Der Hacker muss ein echter Profi sein», sagt Wenk. «Er hat alle Sicherheitsmechanismen des Kontos manipuliert. Jetzt bin ich von meinem eigenen E-Mail-Konto ausgeschlossen. Ich kann nicht mal ein Warn-Mail verschicken!» Noch am Morgen hat Wenk Anzeige erstattet, wie die Polizei bestätigt.
«Ich hoffe wirklich, dass niemand auf die Masche hereingefallen ist und Geld überwiesen hat», sagt Christian Wenk. «Dazu kommt dieses gespenstische Gefühl: Jemand ist in meinem Konto. Ein Wohnungseinbruch ist ein unangenehmes Gefühl. Aber da weiss man wenigstens, wenn jemand weg ist. Wer weiss, was der Hacker noch alles anstellt mit meinem Konto.»