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Emma Frei ärgert sich. Sie soll neu fürs Autoradio in ihrem Taxi Gebühren zahlen.- Mischa Christen
Der Brief beginnt freundlich: «Schnell geht die Anmeldung von Empfangsgeräten vergessen. Deshalb erinnern wir Sie in regelmässigen Abständen an die Gebührenpflicht.» Besten Dank, liebe Billag, dachten Emma (52) und Werner (55) Frei aus Kriens LU. Aber sie freuten sich nicht wirklich über den Bescheid der Gebühreneintreiber. Denn die Billag wollte nicht etwa Geld für das Radio in der Stube – sondern für jenes im Taxi.
Wie bitte? «Über dreissig Jahre sind mein Mann und ich im Geschäft», sagt Emma Frei. «Und nie fragte jemand nach dem Radio im Taxi. Ebenso wenig wie nach einem Radio in einem Privatauto.»
Tatsächlich kostet ein Autoradio den Gebührenzahler normalerweise nichts, sofern er sein Heimradio angemeldet hat. Geräte zählen «pro Haushalt» (siehe Box). Warum jetzt doch?
«Wir haben ja nicht einmal eine grosse Taxiflotte», sagt Emma Frei: «Nur ein einziges Taxi.» Und was tut sie, wenn sie auf Kunden wartet? Sie hört Radio. Für sich.
Doch das glaubt ihr die Billag nicht mehr: «Ihr Radio dürfte in die Kategorie ‹Kommerziell I› fallen», erklärt Billag-Sprecher Jonny Kopp. Kommerziell, das bedeutet: Das Radio läuft für die Fahrgäste.
«Was für ein Unsinn!», ärgert sich Caroline Bögli von der Aarauer Aare & Piccoli Taxi: «Unsere Fahrer haben im Gegenteil die Anweisung, das Radio viel leiser oder abzustellen, wenn ein Fahrgast einsteigt.»
Auch sie hat vor kurzem ein Telefon gekriegt mit der sanften Aufforderung, ihre Taxiradios anzumelden und dafür zu zahlen. «Ich sagte der Dame am Telefon, unsere Fahrer dürften gar nicht Radio hören», erklärt sie. «Seither habe ich nichts mehr von der Billag gehört.»
Bei den Taxiunternehmern herrscht jetzt grosse Unsicherheit. «Wir werden das erst einmal abklären, bevor wir einen Rappen zahlen», sagt auch André Hess von der grössten Luzerner Taxifirma Hess.
Denn die neuen Gebühren läppern sich: Je nach Firmengrösse sind das jährlich 223 bis 514 Franken – pro Auto. «Zusatzkosten», sagt Emma Frei, «die am Ende jemand bezahlen muss.»
Am Ende wohl vor allem wir: die Taxi-Kunden.