Die Billag, eine Tochter der Swisscom, treibt Radio- und Fernsehgebühren ein. Sie verschickt jährlich zwölf Millionen Rechnungen, eine Million Mahnungen und 70 000 Betreibungen. Geräte sind immer anzumelden. «Ob man sie benutzt, ist zweitrangig», erklärt Billag-Sprecher Jonny Kopp.
In Betrieben wird unterschieden zwischen gewerblichem Empfang: jenem für die Mitarbeiter. Und kommerziellem: für Mitarbeiter und Gäste, etwa in einem Restaurant. Taxis, so die neue Lesart der Billag, werden jetzt gleich behandelt wie Restaurants.
Zwangsgebühren fürs Autoradio: Macht die Billag Taxifahren teurer?
Jedes Taxi hat ein Radio, wie jedes Auto. Neuerdings will die Billag für Taxiradios Geld. Wer zahlt am Ende?
Von Thomas Ley | Aktualisiert um 00:33 | 22.10.2009
Der Brief beginnt freundlich: «Schnell geht die Anmeldung von Empfangsgeräten vergessen. Deshalb erinnern wir Sie in regelmässigen Abständen an die Gebührenpflicht.» Besten Dank, liebe Billag, dachten Emma (52) und Werner (55) Frei aus Kriens LU. Aber sie freuten sich nicht wirklich über den Bescheid der Gebühreneintreiber. Denn die Billag wollte nicht etwa Geld für das Radio in der Stube – sondern für jenes im Taxi.
Wie bitte? «Über dreissig Jahre sind mein Mann und ich im Geschäft», sagt Emma Frei. «Und nie fragte jemand nach dem Radio im Taxi. Ebenso wenig wie nach einem Radio in einem Privatauto.»
Tatsächlich kostet ein Autoradio den Gebührenzahler normalerweise nichts, sofern er sein Heimradio angemeldet hat. Geräte zählen «pro Haushalt» (siehe Box). Warum jetzt doch?
«Wir haben ja nicht einmal eine grosse Taxiflotte», sagt Emma Frei: «Nur ein einziges Taxi.» Und was tut sie, wenn sie auf Kunden wartet? Sie hört Radio. Für sich.
Doch das glaubt ihr die Billag nicht mehr: «Ihr Radio dürfte in die Kategorie ‹Kommerziell I› fallen», erklärt Billag-Sprecher Jonny Kopp. Kommerziell, das bedeutet: Das Radio läuft für die Fahrgäste.
«Was für ein Unsinn!», ärgert sich Caroline Bögli von der Aarauer Aare & Piccoli Taxi: «Unsere Fahrer haben im Gegenteil die Anweisung, das Radio viel leiser oder abzustellen, wenn ein Fahrgast einsteigt.»
Auch sie hat vor kurzem ein Telefon gekriegt mit der sanften Aufforderung, ihre Taxiradios anzumelden und dafür zu zahlen. «Ich sagte der Dame am Telefon, unsere Fahrer dürften gar nicht Radio hören», erklärt sie. «Seither habe ich nichts mehr von der Billag gehört.»
Bei den Taxiunternehmern herrscht jetzt grosse Unsicherheit. «Wir werden das erst einmal abklären, bevor wir einen Rappen zahlen», sagt auch André Hess von der grössten Luzerner Taxifirma Hess.
Denn die neuen Gebühren läppern sich: Je nach Firmengrösse sind das jährlich 223 bis 514 Franken – pro Auto. «Zusatzkosten», sagt Emma Frei, «die am Ende jemand bezahlen muss.»
Am Ende wohl vor allem wir: die Taxi-Kunden.
Wie bitte? «Über dreissig Jahre sind mein Mann und ich im Geschäft», sagt Emma Frei. «Und nie fragte jemand nach dem Radio im Taxi. Ebenso wenig wie nach einem Radio in einem Privatauto.»
Tatsächlich kostet ein Autoradio den Gebührenzahler normalerweise nichts, sofern er sein Heimradio angemeldet hat. Geräte zählen «pro Haushalt» (siehe Box). Warum jetzt doch?
«Wir haben ja nicht einmal eine grosse Taxiflotte», sagt Emma Frei: «Nur ein einziges Taxi.» Und was tut sie, wenn sie auf Kunden wartet? Sie hört Radio. Für sich.
Doch das glaubt ihr die Billag nicht mehr: «Ihr Radio dürfte in die Kategorie ‹Kommerziell I› fallen», erklärt Billag-Sprecher Jonny Kopp. Kommerziell, das bedeutet: Das Radio läuft für die Fahrgäste.
«Was für ein Unsinn!», ärgert sich Caroline Bögli von der Aarauer Aare & Piccoli Taxi: «Unsere Fahrer haben im Gegenteil die Anweisung, das Radio viel leiser oder abzustellen, wenn ein Fahrgast einsteigt.»
Auch sie hat vor kurzem ein Telefon gekriegt mit der sanften Aufforderung, ihre Taxiradios anzumelden und dafür zu zahlen. «Ich sagte der Dame am Telefon, unsere Fahrer dürften gar nicht Radio hören», erklärt sie. «Seither habe ich nichts mehr von der Billag gehört.»
Bei den Taxiunternehmern herrscht jetzt grosse Unsicherheit. «Wir werden das erst einmal abklären, bevor wir einen Rappen zahlen», sagt auch André Hess von der grössten Luzerner Taxifirma Hess.
Denn die neuen Gebühren läppern sich: Je nach Firmengrösse sind das jährlich 223 bis 514 Franken – pro Auto. «Zusatzkosten», sagt Emma Frei, «die am Ende jemand bezahlen muss.»
Am Ende wohl vor allem wir: die Taxi-Kunden.
Taxi-Radios sind jetzt wie Beizen-Radios
Das sagen Blick.ch-Leser
- Jouri Kovalev, Unterböri - 15:11 | 22.10.2009
- » Du musst auch keinen Cent bezahlen Wladimir. Höchstens Rappen und Franken. Kannst ja nach Spanien gehn. Dort zahlen die keine Fernsehgebühren. Viel Spass dann!!! Von einer Stunde Sendezeit sind ca. 20 min Film und der Rest Werbung. Macht nicht wirklich viel Spass. Aber du würdest da wohl ganz zufrieden sein und alle andern auch die hier so viel Mist schreiben. Müsst ja nicht hier wohnen wenn ihr nicht wollt. Die Schweiz ist ja sooo ein schlimmes Abzockerland. Ihr habt doch echt keine Ahnung!!!!
- Meier Wladimir, Frick - 10:29 | 22.10.2009
- » Man hat wieder einmal eine neue Einnahmequelle gefunden: In meiner Firma wollen Sie nun auch abzocken. Ich werde hier keinen Cent zahlen, wenn mein Mitarbeiter seinen privaten Radioempfänger zum Musikhören mitbringt. Für was nochmehr zahlen?? Wir zahlen doch schon privat dafür, dass wir Radiohören dürfen - nun auch noch geschäftlich für dieselben Personen??? Abzocke!! Bye Bye Billag!!
- Petra Gretener, Luzern - 10:18 | 22.10.2009
- » Unsere Firma will keine Billagkosten übernehmen.Deshalb Radio und Internet verboten/ gesperrt. Diese Stillllllleeee hier im Geschäft....unglaublich.... Billag gehört abgeschafft.Schlagt doch beim Kauf eines entsprechenden Geräts wie Handy, TV, Radio, CD-Player, Autoradio, PC,etc. 5 Fr. drauf die dann als Gebühr gelten wie bei der Recyclinggebühr. Würde da auch 10 Fr. bei grösseren Geräten investieren.Das tut dann weniger weh!!!
- Armin Fior, WALLIS - 09:40 | 22.10.2009
- » Der Unterschied der MAFIA und unserem Staat ist; die Mafia ist illegal, und der Staat macht es LEGAL.
- Dario Dedic, Zürich - 09:33 | 22.10.2009
- » Leute falls es soweit kommt, dass wir auch noch für das Radio im Auto bezahlen müssen, meldet euch bei mir es gibt einen einfachen Trick wie man das ganze technisch umgehen kann. SF1/SF2 Radio hör ich nie, wirklich nicht, warum soll ich überhaupt was bezahlen, sperrt mir die Sender hab kein Problem damit, aber es kommt ja die gleiche Antwort wie bei KK usw. Solidarität!!!!
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