Rekord-Jackpot Machen Sie es nicht wie Herr Bruni!

  • Publiziert: 05.03.2010, Aktualisiert: 02.01.2012
  • Von Christian Wyss
play Werner Bruni brachten die Lotto-Millionen kein Glück – trotzdem spielt er heute noch. (Blick)

ZÜRICH – Morgen könnten Sie der 526. Lotto-Millionär sein. Aber nicht allen brachte das Geld Glück.

Er war der erste Lotto-Millionär der Schweiz. 11, 40, 29, 2, 33, 15 – diese Zahlen bescherten am 28. April 1979 dem Spiezer Werner Bruni 1,6 Millionen Franken.

Doch von dem vielen Geld hat der 73-Jährige heute nichts mehr. Er lebt von der AHV, ist an Leukämie erkrankt. Das Haus verlässt er nur noch selten. «Aber ich bin zufrieden», sagt Bruni heute zu Blick am Abend. «Ich habe mir vorgenommen, nicht mehr zu jammern und mein Leben zu geniessen.»

Was aber passierte mit der Million? Bruni hatte Pech. Er vertraute sein Geld seinem Chef an und verlor es dann in Immobilien-Geschäften, die dieser eingefädelt hatte. «Es kann so schnell gehen», sagt Bruni. Diese Erfahrung machten auch andere.

Den Aargauer Leo Lüthi brachten die Millionen ins Grab. Er gewann in den Achtzigerjahren 3,2 Millionen Mark im Deutschen Lotto. Acht Jahre später starb er an Herzversagen. «Er war von der neuen Situation überfordert», sagte der Pfarrer an der Trauerfeier.

«Ich bin nicht so blöd, die 1,8 Millionen zu verjubeln. Ich werde sie richtig anlegen», sagte Dieter Heiniger nach seinem Lottogewinn vor 20 Jahren. War er aber doch: Nach anfänglichem Rausch ging es bergab: Erst die Scheidung, dann musste er sein Dancing verkaufen. Ein Schiff, mit dem er ins Reise-Business einsteigen wollte, sank.

Cash-Guru Alfred Herbert warnt davor, sein Leben auf den Kopf zu stellen, falls man gewinnen sollte. «Man darf sich ruhig einen lang gehegten Wunsch gönnen – aber dann normal weiterleben.»

Es sei schwierig, aber man muss versuchen, sich zusammenzureissen und besonnen zu handeln. «Bis sich alles eingespielt hat, dauert es Monate und Jahre.»

Vom Glück eines Gewinns will Bruni nichts wissen. «Lottogewinner sind armi Cheibe», sagt er. Wenn man schon Geld habe, sei ein Gewinn ja ein netter Zustupf. «Wenn man aber nichts hatte vorher, dann dreht man durch.» Er selbst spielt immer noch Lotto. Mit denselben Zahlen wie 1979. Aber die Millionen will er nicht gewinnen. «So ein Theater will ich nicht nochmal.»

Morgen warten also 30,6 Millionen im Jackpot – wir wünschen Ihnen viel Glück bei der Ziehung. Aber machen sie es besser als Werner Bruni.

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