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Bern verslumt!» titelte SonntagsBlick vergangene Woche – und löste damit eine Debatte über Sicherheit und Sauberkeit in rot-grün regierten Städten aus. Berns Stadtpräsident Alexander Tschäppät (55, SP) wehrt sich: «Bern ist nicht verdreckt».
Die Frage jedoch bleibt: Werden rot-grüne Städte schlecht regiert? SonntagsBlick wollte es genau wissen und hat neun ausgewählte Städte an ihren konkreten Taten gemessen: Wie viele Strassenputzer sorgen für Sauberkeit? Wie viele Polizisten für Sicherheit? Und wie viele Abfallkübel und Toiletten stehen der Bevölkerung im öffentlichen Raum zur Verfügung?
Die Untersuchung, die sich auf Daten aus den betreffenden Städten stützt, erhebt nicht den Anspruch auf Unfehlbarkeit, lässt aber Vergleiche zu. Und siehe da: Linksregierte Städte schneiden nicht schlecht ab, im Gegenteil.
Gesiegt hat Luzern. «Wir messen uns an grossen Städten. Mit diesem Ergebnis haben wir diesen Anspruch erfüllt», freut sich Luzerns Stadtpräsident Urs W. Studer (58), der als Parteiloser einer Mitte-links-Regierung vorsteht. Das hart kritisierte Bern landet im Mittelfeld. Stadtpräsident Alexander Tschäppät: «Alle Städte verdienen Podestplätze. Sie tragen viele Lasten und sind die Motoren des Landes. Ohne sie geht gar nichts.»
Im hinteren Drittel: die bürgerlich regierten Städte. «Öffentliche Plätze werden neu gestaltet und ein neues Abfallkübel-Konzept ist in Arbeit», sagt der St. Galler Stadtpräsident Thomas Scheitlin (54, FDP), der mit seiner Stadt auf dem drittletzten Platz gelandet ist. Angesprochen auf das kleine Polizeikorps in seiner Stadt, sagt der Churer Stadtpräsident Christian Boner (59, SVP): «Wir versuchen mit wenig Leuten gute Arbeit zu leisten.» Auf 1000 Einwohner kommen in Chur nur gerade 1,7 Polizisten. Demgegenüber stehen 45,1 Diebstähle. In der Grossstadt Basel kommen auf 1000 Einwohner nur 29,6 Diebstähle.
Mit dem letzten Platz nicht zufrieden ist Ernst Wohlwend (60, SP), Stadtpräsident im rot-grünen Winterthur ZH. Den Fehler sieht er nicht bei sich, sondern beim SonntagsBlick: «Ich bezweifle den Aussagewert dieses Kraut-und-Rüebli-Ratings», sagt er. «Dort, wo wir selber Defizite festgestellt haben – bei Jugendgewalt und Sauberkeit –, sind Massnahmen geplant.»
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Ernst Wohlwend (60, SP), Stadtpräsident: