Lok-er von Ost nach West

  • Publiziert: 30.07.2008, Aktualisiert: 20.01.2012
  • Von Wiewa

Freudig erwarten die Rentner des Altersheimes Reichenburg die Ankunft der Pfadibahn der Abteilung Arth-Goldau. Sie sind extra angereist, um darin herumzutuckern.

Ihre Begeisterung für das BuLa-Bähnli teilen sie nicht alleine. Die Pfadibahn ist eine Attraktion. Besucher von weit her strömen ins Unterlager «Terra Nova», um das BuLa-Bähnli zu testen. Auch private Personen lassen sich nicht lumpen und schauen vorbei. So besuchten Eisenbahn-Freaks aus Landquart das Contura 08 vorallem mit dem Ziel, einmal mit den Minibähnli mitfahren zu können.

Mit einer Geschwindigkeit von 8-10 km/h rasseln die Wagen im Stundentakt im zweigeteilten Unterlager «Terra Nova» die einkilometrige Strecke zwischen dem Westen und dem Osten hin- und her. Zwei Lokomotiven kreuzen die zwanzigminütige Strecke, eine mit einem 52er, die andere mit einem 33er Jahrgang. Als alte Drecksschleudern kann man diese aber nicht bezeichnen, haben sie doch einen Verbrauch von nur 1,5 Liter Diesel in der Stunde.

Loks alleine würden jedoch nicht viel bringen. So umfasst das Inventar der Pfadi Arth-Goldau acht Personen-, zwei Post-, zwei Schlaf-, zwei Küchen, zwei Arbeits- und als Special einen Badewannenwagen. Die Zugübergänge wurden selbst gemacht und auch sonst steckt viel Herzblut in diesem Projekt. So baute eine Schulklasse selbst einen Wagen um.

Die Züglein können auf eine stolze Vergangenheit zurückblicken. Zu Beginn der 70er Jahren sammelten eisenbahnbegeisterte Pfadis Zugwägen und Lokomotiven. Fündig wurde man bei Bergwerken und Steinbrüchen aus der Region. 1979 war es dann soweit, die Lok kreiste das erste Mal ums Pfadiheim. 1980 hatte das Bähnli dann im Bundeslager seinen ersten grossen Auftritt.

Grosse Unfälle gab es in der Bähnligeschichte glücklicherweise noch keine. Aufregende Bähnli-Erlebnisse gab es derweilen schon einige. «Die Strecke im BuLa 1994 war ziemlich steil. Deswegen stürzten wir uns mit einem Bremswagen die abfallende Strecke hinunter. Da wir schneller unterwegs waren als der Zug, schossen wir beinahe in diesen hinein!» lacht Ubli, der auch im diesjährigen BuLa im 4köpfigen Zug-Team dabei ist.

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