SRG-Sparkurs Lohnstopp statt höhere Gebühren

  • Publiziert: 23.06.2009, Aktualisiert: 03.01.2012

BERN – Auch die SRG muss den Gürtel enger schnallen: Sie hat einen Lohnstopp für das Personal beschlossen. Dafür werden die TV- und Radio-Gebühren nicht erhöht.

Die Löhne sollen auf dem Stand von Ende 2009 eingefroren werden. Weiter enthält das Sparpaket einen Investitionsstopp und Verkäufe von Liegenschaften. Arbeitsplätze sind grundsätzlich nicht betroffen, und auch am Programmangebot will die SRG vorerst nicht rütteln. Eine Gebührenerhöhung ist für 2010 nicht vorgesehen.

Bundesratsentscheide nötig

Das vom Verwaltungsrat beschlossene und heute in Bern den Medien vorgestellte Sparpaket genügt aber nicht, um die Finanzen der SRG ins Lot zu bringen. Nötig sind weitere Massnahmen im Umfang von durchschnittlich 40 Millionen Franken pro Jahr. Für die SRG sind neben Kürzungen am Programm auch neue Einnahmen denkbar.

Eine Gebührenerhöhung sei nicht die einzige Möglichkeit, schrieb die SRG. Ebenso könnten – entsprechende Entscheide des Bundesrates vorausgesetzt – mehr Werbeeinnahmen generiert werden. Als Beispiele nannte die SRG Liberalisierungen bei der Online-Werbung oder bei der Unterbrecherwerbung.

Auch könnte die SRG für Leistungen entschädigt werden, die in anderen Ländern vom Staat finanziert oder kompensiert werden. Als Beispiele nannte sie in diesem Zusammenhang die Ausfälle durch erlassene Gebühren, Angebote für Seh- und Hörbehinderte und den Auslandauftrag. Der Entscheid liegt auch hier beim Bundesrat.

Kürzungen am Programmangebot nahm der SRG-Verwaltungsrat zur Kenntnis. Weil alle Programme der SRG konzessioniert sind, müsste der Leistungsabbau ebenfalls vom Bundesrat genehmigt werden.

SRG droht hohe Verschuldung

Ohne Gegenmassnahmen würde die Verschuldung der SRG SSR idée suisse bis 2014 auf 790 Millionen Franken steigen. 2008 lag die Verschuldung bei 200 Millionen Franken.

Die Eigenkapitalquote der SRG würde gleichzeitig von derzeit 45 auf noch 12 Prozent sinken. Die strategisch festgelegte Grenze liegt bei 40 Prozent. Verwaltungsratspräsident Jean-Bernard Münch bezeichnete die finanzielle Lage der SRG heute in Bern vor den Medien als besorgniserregend. (SDA)

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