Neat: Jahrhundert-Bauwerk eröffnet Lötschberg macht Laune!

  • Publiziert: 15.06.2007, Aktualisiert: 14.01.2012

FRUTIGEN BE – Sound- und Light-Show plus ein launiger Verkehrsminister: Acht Jahre nach Baubeginn ist der Lötschberg-Basistunnel heute Morgen in Frutigen vor 1200 Gästen eröffnet worden.

Die Schweiz kann stolz auf die Neat sein. Es ist eine gewaltige Leistung. Und deshalb wurde die Eröffnung heute auch richtig pompös inszeniert: Der Auftritt Leuenbergers war von Sound- und Lichteffekten begleitet. Um 10.30 Uhr durchbrach die Lok des italienischen Güterzugs mit dem Bundesrat sowie den Direktoren von BLS AlpTransit AG und BLS an Bord die Papierwand vor dem Nordportal.

Anschliessend übergab Peter Teuscher, der Direktor der Bauherrin BLS AlpTransit, Verkehrsminister Leuenberger symbolisch ein Schienenstück. Der Bundesrat verdankte den Einsatz aller Beteiligten und gab das Schienenstück weiter an BLS-Direktor Mathias Tromp mit den besten Wünschen für einen reibungsfreien Betrieb. Die notwendige Bewilligung hatte die BLS bereits gestern Donnerstag erhalten.

Nach der symbolischen Übergabe und der Segnung des ersten Neat-Astes stand für die rund 1200 geladenen Gästeein Sonderzug ins Wallis bereit. Vorgesehen war ein kurzer Halt mit Apero in der Nothaltestelle Ferden mitten im Tunnel.

Am eigentlichen Festakt in Visp zollten der deutsche Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee und EU-Verkehrskommissar Jacques Barrot sowie der italienische Botschafter Giuseppe Deodato der Schweiz ihren Respekt und auch ihre Dankbarkeit für den längsten Alpentunnel. Sie versprachen, sich ihrerseits für die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schienen einzusetzen.

Mit der Neat leiste die Schweiz ihren Beitrag an das neue Europa, das zusammenwachse, sagte Bundesrat Leuenberger. Die direkte Demokratie habe eine Verkehrspolitik geschaffen, die ihresgleichen suche.

Der drittlängste Tunnel der Welt

Der erste Ast der Neuen Eisenbahn Alpentransversale NEAT führt von Frutigen im Berner Oberland nach Raron im Wallis. Mit 34,6 Kilometern Länge ist es der längste Alpentunnel sowie nach dem Seikan-Tunnel in Japan und dem Eurotunnel der drittlängste Bahntunnel der Welt.

Zahlen zum Tunnel

Länge: 34,6 Kilometer Höchsttempo: 250 km/h Zahl der Arbeiter: 2500 Todesopfer bei Arbeitsunfällen: 5 ausgebrochenes Material: 16, 6 Mio. t Videokameras: 133 Brandmelder: 3200 mutmassliche Kosten: rund 4,3 Mrd. Franken Mehraufwand gegenüber ursprünglichem Voranschlag: 1,097 Mrd. Franken

Am 9. Dezember gehts los

Fahrplanmässig sollen die Züge ab dem 9. Dezember durch den Tunnel verkehren. Die Kosten des Bauwerks belaufen sich ohne Teuerung, Bauzinsen und Mehrwertsteuer auf 4,3 Milliarden Franken oder gut eine Milliarde mehr als 1998 veranschlagt. Der zweite Ast der NEAT durch den Gotthard soll 2017 in Betrieb genommen werden.

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