Lichterlöschen bei An'Nur Islamisten drohen bis zu drei Jahre Gefängnis

Nach der Razzia bei der An'Nur-Moschee wird klar: Beim Verein übernahmen radikale Kräfte das Ruder. Obwohl die Verantwortlichen immer das Gegenteil behaupteten.

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Die Räume der An’Nur-Moschee sind verwaist, die Türen geschlossen. Wo sich Gläu­bige zu Gebet und Austausch trafen, herrscht Stille. Am Mittwoch hat die Polizei das Gebäude und drei Wohnungen gestürmt. Acht Personen wurden verhaftet. Zwei wurden befragt, vier kassierten einen Strafbefehl, zwei kamen in Untersuchungshaft.

Inzwischen wechselte die Polizei die Schlösser aus und sucht nun «eine vertrauenswürdige Person aus dem Umfeld der Moschee», um die Schlüssel zu übergeben. Bisher ohne Erfolg, wie Bianca Liechti sagt, Sprecherin der Stadtpolizei Winterthur.

Die Razzia deckte das Doppelspiel bei An’Nur auf: Als SonntagsBlick vor einem Jahr die Drahtzieher der Moschee enttarnte, wiegelte der damalige Präsident Atef Sahnoun (60) ab: «Radikale Gläubige schicken wir weg.»

Auch dass Gläubige in der Moschee schlafen, dementierte Sahnoun öffentlich: «Bei uns kann man nicht übernachten.» Doch als die Polizei am Mittwochmorgen die Türen der Moschee aufbrach, traf sie mehrere Personen an, die dort offenbar geschlafen hatten. Sie wurden inzwischen wegen Verstössen gegen das Ausländer­gesetz verurteilt.

Dass in der An’Nur-Moschee Jugendliche radikalisiert und für die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) rekrutiert wurden, ist kein Geheimnis. Dutzende Jugendliche beteten hier, bevor sie nach Syrien gingen. So auch Visar (17) und Edita (18) L., die im Dezember 2014 die Schweiz in Richtung Syrien verliessen und bei ihrer Rückkehr im Dezember 2015 verhaftet wurden.

Statt dass die radikalen Kräfte ausgeschlossen wurden, übernahmen sie bei An’Nur die Macht. Sie waren es, die für den IS rekrutierten und radikale Imame nach Winterthur holten.

Neben Imam A. E., der im Hintergrund die Fäden zieht, amtet seit Sommer der 35-jährige I. H. inoffiziell als Präsident des Vereins. H. fiel schon vor einem Jahr als besonders radikal auf: Auf seinem Facebook-Profil zeigte er Bilder seiner Kinder mit der IS-Flagge. Auf einer Zeichnung war US-Präsident Obama als Schwein dargestellt. I. H., der seit Mittwoch in Haft sitzt, ist in der Islamistenszene gut vernetzt. Regelmässig beteiligte er sich an Verteilaktionen für den Koran.

Der Familienvater wurde auch fotografiert, als er islamistische  Informationsbroschüren verteilte. Auf Facebook tauschte er sich über die nächsten Aktionen mit Habib Oruç aus, dem Infostand-Verantwortlichen des Islamischen Zentralrats Schweiz (IZRS).

Oruç bestätigt, dass H. für den IZRS im Einsatz war. Doch der Zentralrat teile nicht automatisch die Ansicht einzelner Mitglieder. H. wird noch einige Zeit in Untersuchungshaft bleiben. «Aufruf zu Gewalt ist kein Kavaliersdelikt», sagt Corinne Bouvard von der Zürcher Oberstaatsanwaltschaft. Bis zu drei Jahre Gefängnis stehen auf diese Straftat. Die Razzia ausgelöst hatte eine Predigt von Imam Abdurrahman. Laut «Weltwoche» sagte er: «Nur die Gebete sind gültig, die in der Moschee gesprochen werden.» Wer nicht in der Gemeinschaft bete, solle getötet werden.

Was der Imam wohl nicht beabsichtigte: Genau dieser Aufruf führt nun dazu, dass die Gläubigen gezwungen sind, ihr Gebet daheim zu verrichten.

Publiziert am 06.11.2016 | Aktualisiert am 24.11.2016
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9 Kommentare
  • Werner  Klee aus Kindhausen
    06.11.2016
    Es ist zu hoffen, dass die vom Volk beschlossenen Ausschaffungsgesetze gegen die kriminellen Aufrufer zur Gewalt konsequent durchgesetzt werden - Leute, welche ihr Gastrecht in der Schweiz dazu missbrauchen, zur Gewalt aufzurufen, wollen wir nicht in unserer Mitte !
  • Christine  Sprenger aus Winterthur
    06.11.2016
    Und die Politik in Winterthur, vor allem Stadtrat Galladé träumt noch immer. In einem Interview im Landboten bedauert er, dass der Kontakt mit den Moscheeverantwortlichen wegen der reisserischen Berichterstattung immer schwerer werde. In einem lesenwerten Kommentar beschreibt und warnt der syrische und muslimische Gelehrte Bassam Tibi genau, welche Mittel, unter anderem auch Lügen, gemäss Koran erlaubt sind, um das Ziel zu erreichen. Aber eben, wenn man was dagegebn sagt ist man islamophob.
  • Sandra  Jakob aus Winterthur
    06.11.2016
    Wenn man wartet, bis sich die ersten Extremisten outen, dann läuft man aber Gefahr, dass man den Hass weiterer Extremisten auf sich zieht. Man sollte Islamisten konsequent aus der Schweiz verbannen. Der Glaube an eine friedliche Moslem-Brüderschaft in der Schweiz ist NAIV.
  • Björn  Reinhard 06.11.2016
    Wieder die gleiche Leier: Es drohen bis zu 3 Jahre Haft! Leider ist das nicht so. Diese Typen wissen ganz genau dass sie diese Strafe nie absitzen müssen. Unsere Kuschelrichter haben ja nicht den Mut diese Fanatikern einmal hinter Schloss und Riegel zu stecken, und ihnen klar aufzeigen, was sie in UNSEREM Land dürfen und was nicht!
  • Alexandra  Weber aus Kloten
    06.11.2016
    ... und Landesverbot und zwar lebenslänglich. Doch die Politik muss dringend die Blauäugigkeit ablegen - nur wer mit offenen Augen durch die Welt geht entdeckt diese Phantome wie der Islam eins ist - doch leider eben auch REALITAET!
    ewz