Leuenberger schaltet Radio Energy aus

  • Publiziert: 31.10.2008, Aktualisiert: 19.01.2012

BERN – Die Konzessionen für UKW-Radios und Regionalfernseh-Stationen sind vergeben: Im Raum Zürich triumphiert Roger Schawinski – Radio Energy zog den Kürzeren.

27 Radio- und 6 Fernsehkonzessionen konnten bereits im Juli erteilt werden, weil es in den entsprechenden Versorgungsgebieten keine Konkurrenz gab. Bei den restlichen 14 Radio-Konzessionen musste Bundesrat Moritz Leuenberger nun unter 25 Bewerbern entscheiden, bei den verbliebenen 7 Fernsehkonzessionen unter 14 Bewerbern.

Freud und Leid bei den UKW-Radios

Mit besonderer Spannung wurde der Entscheid bei den Privatradios für das Gebiet Zürich-Glarus erwartet. Hier gewann Roger Schawinski mit seinem Radio 1 das Duell gegen Radio Energy Zürich (siehe Kasten rechts).

Leuenberger beschreibt Schawinskis Gesuch als «qualitativ besser», der Entscheid gegen Ringiers Radio Energy erfolgte laut dem Medienminister aber auch aus Gründen der Medienkonzentration. Energy bleibe die Verbreitung über DAB und Internet.

Auch Radio 105züri ging leer aus. Dafür erreicht Radio Zürisee künftig mehr als 1,5 Millionen potentielle Hörerinnen und Hörer. Und: Mit Radio 24 gehör ein weiteres Kind von Schawinski zu den Konzessionierten.

Zwei überzählige Kandidaten gab es auch im kleineren Sendegebiet der Stadt Zürich, wo sich Giuseppe Scagliones Radio Monte Carlo Züri durchsetzte. In Basel bleiben die Radios Basel 1 und Basilisk auf Sendung, im Aargau Radio Argovia. Auch die Radios Grischa (Graubünden), Lac, Lausanne FM, Rouge MF, Buzz FM (alle am Genfersee), Radio Cité (Genf) und Arc FM (Jura) erhielten eine Konzession.

Tele Züri abgeschmettert

Leer geht der Fernsehsender Tele Züri aus*, die Konzession bekommt Tele Top in Winterthur. «Tele Züri kann und wird weitersenden», betont Leuenberger vor den Medien. Cablecom werde an seinem regionalen Zugpferd festhalten. Der Sender könne sich – so die Kehrseite der Ohrfeige – nun sogar ausbreiten.

Die Lokalfernseh-Konzession für die Zentralschweiz geht an das neue Projekt Tele 1 der LZ Medien. Weitere Gewinner: Tele Ostschweiz, Tele M1 im Raum Aargau-Solothurn, Vaud Fribourg TV, das Walliser Tele Canal 9 und Canal Alpha im Jurabogen. (SDA/dip)

Schawinskis Radio 1: «Bestes Radio der Region»

Roger Schawinski (Bild), der Gründer von Radio 1, ist hocherfreut über den Entscheid von Medienminister Moritz Leuenberger: «Wir sind offenbar nicht nur qualitativ von Journalisten als bestes Radio dieser Region angesehen worden – sogar der Bundesrat, das ist nicht ganz unwichtig, sieht es so.»

Schawinski weiter: «Der ganze Effort, den wir geleistet haben mit einer kleinen Sendeleistung auf einem kleinen Berglein und einer grossen inhaltlichen Leistung hat sich offenbar gelohnt. Jetzt können wir richtig senden und ein grosses Radio werden.»

NRJ legt Rekurs ein

Das UVEK hat Ringiers Radio Energy Zürich keine UKW-Konzession für die Region 23 (Zürch, Glarus) erteilt. Die derzeitige Konzession läuft per 31. März 2009 aus. Dieser Entscheid richtet sich gegen die Verlagshäuser, zumal auch Tele Züri der Tamedia die angestrebte Konzession nicht erhalten hat.

Energy wird gegen den Entscheid Rekurs einlegen, dem eine aufschiebende Wirkung zukommt. So wird das Geschäft des zweitgrössten Senders im Raum Zürich (210000 vorwiegend junge Hörer) auch im negativen Fall bis mindestens Ende 2009 weitergeführt.

60 Mitarbeiter arbeiten für den erfolgreichen Sender. Eines der nationalen Highlights ist das Gratiskonzert «Energy Stars for Free». Jeweils 13000 Fans kommen jeweils im Dezember in den Genuss mehrerer hochkarätiger Superstars im Zürcher Hallenstadion.

*Nicht abschalten!

Wer keine Konzession erhält, muss nicht abschalten: Die Konzession verpflichtet die Sender dazu, einen regionalen Service Public anzubieten. Dafür erhalten Radios eine UKW-Frequenz und TV-Stationen Zugang zum Kabelnetz. Lokalfernseh-Veranstalter erhalten zudem einen Anteil vom Gebührenkuchen. Die Kabelnetz-Betreiber können TV-Sender ohne Konzession trotzdem in anbieten, falls das für sie wirtschaftlich Sinn macht.

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