Das ging aber schnell! Leuenberger ernennt Peter Hasler zum Postchef

  • Publiziert: 20.01.2010, Aktualisiert: 14.01.2012

BERN – Nur einen Tag nach Claude Béglés Rücktritt hat der Bundesrat den neuen Postpräsidenten bestimmt. Es ist Peter Hasler, der frühere Direktor des Arbeitgeberverbandes.

Der Bundesrat hat den früheren Direktor des Schweiz. Arbeitgeberverbandes Peter Hasler zum neuen Verwaltungsratspräsidenten der Post ernannt. Er übernimmt das Amt von Claude Béglé, der gestern zurückgetreten war.

Der 63-jährige Hasler tritt den Posten mit sofortiger Wirkung an. Der Bundesrat begründet seine Wahl in einem Communiqué des Departementes für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) mit Haslers langjähriger Berufserfahrung an der Schnittstelle zwischen Politik und Wirtschaft.

Einer breiten Öffentlichkeit wurde Hasler als Direktor des Arbeitgeberverbandes bekannt, dem er zwischen 1993 und 2006 vorstand. Hasler erwarb sich dabei den Ruf, für die Sozialpartnerschaft einzustehen.

Seit 2006 präsidiert der Doktor der Rechte den Spitalrat des Universitätsspitals Zürich und die Verwaltungsräte der Schweizer Reisekasse Reka sowie der Elips Life in Vaduz. Von zwei Präsidien will er sich nun zurückziehen.

Der Bundesrat habe an seiner Sitzung von heute vom Rücktritt Béglés Kenntnis genommen, hiess es im UVEK-Communiqué weiter. Die Regierung anerkenne, dass Béglé diesen Schritt im Interesse der Post gemacht habe und danke ihm für sein Engagement.

Claude Béglé sieht sich als Opfer einer Anschwärzungskampagne. Dennoch wünscht Béglé seinem Nachfolger Hasler «viel Glück».

Gutes Image und Vertrauen wieder herstellen

Die Reaktionen auf die Wahl Haslers sind unaufgeregt, zumal Hasler als kleinster gemeinsamer Nenner daher kommt.

Die SP hat die Wahl Haslers «zur Kenntnis genommen». Hasler müsse jetzt die Post «wieder in ruhigere Wasser führen und die Brückenfunktionen zwischen Unternehmen und Bevölkerung» wahrnehmen. Das gute Image der Post müsse wieder hergestellt werden.

«Geschickter Schachzug»

Für Matthias Finger, Post-Experte und Professor für Infrastruktur-Management an der ETH Lausanne, hat der Bundesrat mit Peter Hasler «eine gute Wahl» getroffen. Hasler sei ein glaubwürdiger Verwaltungsratspräsident. Er müsse nun einen neuen Verwaltungsrat zusammenstellen, der das Vertrauen der Post und der Politik geniesse.
Ein «geschickter Schachzug» ist die Wahl des früheren Direktors des Schweizerischen Arbeitgeberverbandes für den Vizepräsidenten der nationalrätlichen Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen (KVF), Markus Hutter (FDP/ZH). «Hasler bringt viel Vertrauen von Seiten der Arbeitgeber mit.»

Hutter sowie der Präsident der ständerätlichen KVF, Christoffel Brändli (SVP/GR), sind überzeugt davon, dass Hasler schnell für Ruhe an der Post-Spitze sorgen wird. «Er ist eine offene und direkte Persönlichkeit und wird die Fehler Béglés mit Sicherheit nicht wiederholen», sagte Hutter. (SDA/gux)

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