«Lassen Sie die Armeewaffe im Zeughaus»
ZÜRICH – Das Tötungsdrama in Zürich-Höngg hat den politischen Streit um die Armeewaffe neu aufkommen lassen. Die Linke fordert jetzt konkrete Taten.
Aktualisiert um 15:26 | 03.12.2007
Francesca (16) wurde mit einer Armeewaffe erschossen. Kaltblütig hat der Mörder (21) aus der RS Patronen gestohlen und damit gezielt die junge Frau abgeknallt.
Als dieser schreckliche Tathergang bekannt wurde, entflammte von Neuem die Diskussion über das Aufbewahren der Armeewaffe. Sie soll im Zeughaus gelassen werden, verlangt die Linke. Sie darf nach Hause genommen werden, meint die Rechte.
Deutliche Worte hat das Tötungsdrama heute im Zürcher Kantonsrat gebracht. Die linken Fraktionen forderten erneute Diskussionen über die Aufbewahrung der Armeewaffen und ein «Überdenken von alten Traditionen».
Dass der Täter ein Soldat war und die Tatwaffe eine Armeewaffe gewesen sei, mache fassungslos und entsetzt, hiess es in einer Fraktionserklärung der SP. Die Zeit sei reif für eine erneute politische Diskussion zum eben erst geänderten Waffengesetz.
Man müsse handeln. In einem dringlichen Postulat fordert die SP gemeinsam mit der CVP und den Grünliberalen, dass Armeeangehörige möglichst bald ihre persönliche Armeewaffe kostenlos deponieren können.
Die Alternativen und die Grünen unterstützen die SP: Sie betonten, dass es nicht um den Schiesssport als Hobby, die Schwächung der Wehrbereitschaft oder um die Abschaffung der Armee gehe. Sondern um Menschenleben. Ideologien seien fehl am Platz. Hier könne es keine Halbheiten oder Zwischenlösungen geben, sagte der AL-Sprecher. «Lassen Sie die Armeewaffe im Zeughaus.»
Die SVP fühlte sich von den Erklärungen provoziert: Ein SVP-Sprecher gab der Linken die Schuld am Unglück. Mit ihrer Politik zum Datenschutz habe sie dafür gesorgt, dass die Armee die notwendigen Daten über den Schützen nicht bekommen habe. Sie lehnt es ab, dass die Waffe im Zeughaus bleibt: Denn damit, so der SVP-Sprecher, würden alle Wehrmänner unter Generalverdacht gestellt.
Kritik erntete auch die Zürcher Volkswirtschafts-Direktorin Rita Fuhrer (SVP): Als Präsidentin des Schweizerischen Schiesssportverbandes hatte sie nach dem Tötungsdelikt etwa gesagt, «es besteht kein Handlungsbedarf betreffend Armeewaffen im Haus» oder «nicht das Werkzeug, sondern der Mensch ist das Problem». (SDA/spj)
Als dieser schreckliche Tathergang bekannt wurde, entflammte von Neuem die Diskussion über das Aufbewahren der Armeewaffe. Sie soll im Zeughaus gelassen werden, verlangt die Linke. Sie darf nach Hause genommen werden, meint die Rechte.
Deutliche Worte hat das Tötungsdrama heute im Zürcher Kantonsrat gebracht. Die linken Fraktionen forderten erneute Diskussionen über die Aufbewahrung der Armeewaffen und ein «Überdenken von alten Traditionen».
Dass der Täter ein Soldat war und die Tatwaffe eine Armeewaffe gewesen sei, mache fassungslos und entsetzt, hiess es in einer Fraktionserklärung der SP. Die Zeit sei reif für eine erneute politische Diskussion zum eben erst geänderten Waffengesetz.
Man müsse handeln. In einem dringlichen Postulat fordert die SP gemeinsam mit der CVP und den Grünliberalen, dass Armeeangehörige möglichst bald ihre persönliche Armeewaffe kostenlos deponieren können.
Die Alternativen und die Grünen unterstützen die SP: Sie betonten, dass es nicht um den Schiesssport als Hobby, die Schwächung der Wehrbereitschaft oder um die Abschaffung der Armee gehe. Sondern um Menschenleben. Ideologien seien fehl am Platz. Hier könne es keine Halbheiten oder Zwischenlösungen geben, sagte der AL-Sprecher. «Lassen Sie die Armeewaffe im Zeughaus.»
Die SVP fühlte sich von den Erklärungen provoziert: Ein SVP-Sprecher gab der Linken die Schuld am Unglück. Mit ihrer Politik zum Datenschutz habe sie dafür gesorgt, dass die Armee die notwendigen Daten über den Schützen nicht bekommen habe. Sie lehnt es ab, dass die Waffe im Zeughaus bleibt: Denn damit, so der SVP-Sprecher, würden alle Wehrmänner unter Generalverdacht gestellt.
Kritik erntete auch die Zürcher Volkswirtschafts-Direktorin Rita Fuhrer (SVP): Als Präsidentin des Schweizerischen Schiesssportverbandes hatte sie nach dem Tötungsdelikt etwa gesagt, «es besteht kein Handlungsbedarf betreffend Armeewaffen im Haus» oder «nicht das Werkzeug, sondern der Mensch ist das Problem». (SDA/spj)
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