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Internet ist schnell. Zu schnell für den Bund. Deshalb hat sich der Zürcher Computerfachmann Stefan Frei 1995 die Internetadressen schweiz.ch, svizzera.ch, suisse.ch reserviert und auf den Seiten Wissenswertes über die Schweiz publiziert und auch kommerzielle Absichten verfolgt.
Vor fünf Jahren weckten die CH-Domains auch das Interesse des Bundes. Eigentlich logisch. Denn wer www.schweiz.ch eintippt, erwartet eine offizielle Seite unseres Landes. Doch Besitzer Frei wollte die Adressen nicht einfach so abtreten.
Was danach folgte, war ein langer Streit: Der Bund machte auf beleidigt und weigerte sich, Stefan Frei etwas für die Übergabe der Domain zu bezahlen. Einzig die Eidgenossenschaft habe das Recht auf schweiz.ch, hiess es aus Bern. Das wurde in einem Urteil der Weltorganisation für geistiges Eigentum im Mai dieses Jahres auch bestätigt (Blick Online berichtete). Doch über Geld hiess es im Urteil nichts.
Nun konnten sich Bund und Stefan Frei einigen: Für die einmalige Zahlung von 50000 Franken wechseln die ch-Domains innert 90 Tagen zur Eidgenosschaft. Frei erhält er dafür das unbeschränkte Nutzungsrecht für die Domains schweiz.org, suisse.org, svizzera.org und www.switzerland.org.
Das Ganze ist eine Art Kuhhandel: Zwar besitzt Bern nun die Schweiz.ch Domain. Aber die Endungen .org und .eu sind in fremden Händen. Die europäischen Internet-Adressen schweiz.eu, switzerland.eu sind im Besitz von österreichischen und niederländischen Firmen (Blick Oline berichtete).
Die Bundeskanzlei hatte keinen Auftrag bei der Vergabe der EU-Domain die Interessen der Schweiz zu wahren. Man sei aber bereits mit den Besitzern in Verhandlung, hiess es aus Bern. Aber eben: Internet ist schnell. Zu schnell für den Bund.
Stefan Frei gibt die Domain Schweiz.ch ab – dafür hat er Geld und die Domain Schweiz.org erhalten.- RDB