BURGDORF - BERN - Am Sonntag kommen die schwedischen Krimi-Autoren Håkan Nesser und Arne Dahl in die Schweiz. Und bleiben trotz Millionen-Bestsellern ganz bescheiden.
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Arne Dahl: Der Bestseller-Autor sitzt bei Konkurrent Nesser auf der Rückbank.
Nein, da ist wirklich nichts zu machen. Es sind alle Tickets weg.» Schon seit Tagen sind die Krimitage damit beschäftigt, Fans aus aller Welt abzusagen.
Denn sintflutartig hat sich vor allem via Facebook herumgesprochen, dass das kleine Krimifestival einen veritablen Coup gelandet hat. Mit Håkan Nesser («Inspektor Barbarotti», «Van Veeteren») und Arne Dahl («Gier») treten zwei der derzeit beliebtesten Krimitautoren der Welt auf. Die beiden Schweden, die ihre Bücher millionenfach verkaufen, lesen am Sonntag im Casino-Theater im wohl intimsten Kreis seit langem: vor gerade mal 200 Plätzen.
Organisatoren überrascht
«Wir waren ehrlich gesagt selbst überrascht, dass die beiden zugesagt haben», sagt Jessica Kobel vom Organisationskomitee. «Aber natürlich ist es eine riesige Ehre für uns, dass es ausgerechnet jetzt zur zehnten Ausgabe geklappt hat.» Vielleicht auch deshalb, weil sich die die Krimitage als Trendsetter positionieren konnten.
Denn bei der ersten Ausgabe 1994 war das Genre Krimi für den Mainstream-Buchhandel schon fast abgeschrieben. Doch dann sorgten schwedische Autoren wie Håkan Nesser für neue Spannung.
Extra in die Schweiz gereist
Håkan Nesser reist ausschliesslich für die Krimitage an. Am Sonntag früh um halb neun trifft er in Zürich ein, wo er ein Mietauto reserviert hat und eigenhändig nach Burgdorf fährt.
Arne Dahl reist mit seiner Frau zusammen schon am Samstagabend an und wird direkt nach der Vorlesung wieder zum Flughafen chauffiert – von Konkurrent Håkan Nesser.
Andere haben ganze Wunschlisten
«Die beiden haben untereinander abgemacht, dass sie sich das Auto teilen», sagt Jessica Kobel. Das sei doch «eher aussergewöhnlich». Denn schon viel weniger bekannte Autoren geben oftmals vor der Anreise ganze Wunschlisten durch – bis hin zur Zubereitung des Essens.
Bei der Lesung selbst wird es weniger bescheiden zugehen. Der schwedische Botschafter ist vom angekündigten Besuch aus einer Heimat so begeistert, dass er selbst die Veranstaltung besuchen wird.