Krieg der Weihnachts-Zirkusse «Einen wird es lupfen»

Still und besinnlich? Schön wärs. Zur Weihnachtszeit kommt es in Zürich zum Zirkuskrieg. Die Familien Gasser und Knie wollten einen neuen Wettbewerber ausbooten.

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Es ist ein Kampf um jeden Zuschauer. In diesem Jahr buhlen in Zürich drei Weihnachtsshows um die Gunst des Publikums. Gekämpft wird mit harten Bandagen. «Wir haben noch versucht, den neuen Zirkus zu verhindern», sagt Roby Gasser (53), Direktor des Circus Conelli auf dem Zürcher Bauschänzli. Dafür spannte er sogar mit dem Konkurrenten Salto Natale zusammen. Der Weihnachtszirkus wird von Rolf Knie (65) und Sohn Gregory (37) betrieben. «Ja, die Knies und ich haben darüber gesprochen. Leider fanden wir keine Möglichkeit», ärgert sich Gasser. Der Grund für seinen Frust: «Es gibt in Zürich keinen Platz für drei Shows. Natürlich befürchten wir, Zuschauer zu verlieren», so Gasser.

Doch das ist längst nicht die einzige Ursache für den Ärger an der Zirkusfront. Zusätzlicher Zündstoff ist eine jahrelange Fehde.

Was ist passiert? Die Weihnachtsshow Himmel auf Erden startet 2014 mit dem Programm auf der alten Rennbahn Oerlikon. Die Show ist neu, der Name alt. «Es ist tatsächlich ein Relaunch», sagt Show-Produzent Oliver Höner (48). Himmel-auf-Erden-Vorstellungen gab es bereits von 2000 bis 2004.

Pikant: Die Idee dazu kam damals von Rolf Knie, in Zusammenarbeit mit TV-Regisseur Max Sieber (71) und dem Konzertveranstalter Good News. Doch das Gespann verkrachte sich, Knie stieg aus und gründete Salto Natale.

Dass Good News jetzt ausgerechnet mit dieser Marke wieder den Markt aufmische, ärgere Knie besonders, sagt ein Informant zu BLICK.

2006 eskalierte der Streit zwischen den Kontrahenten schon einmal. Good News holte damals den deutschen Zirkus Roncalli in die Schweiz. Die Antwort der Knies: Sie zeigten die deutsche Konkurrenz «wegen wilden Plakatierens» bei der Polizei an.

Plakatiert wird auch in diesem Jahr. «Wir haben extra zusätzliche Anzeigen drucken lassen», so Gasser. Man wolle sich so gegen das explodierende Unterhaltungsangebot in Zürich zur Wehr setzen. «Ich bin überzeugt, dass es einen der drei Zirkusse lupfen wird. Wir kämpfen dafür, dass es nicht uns trifft!», sagt der Conelli-Direktor.

Das wissen auch die Himmel-auf-Erden-Macher. Sie suchten deshalb das Gespräch mit Gasser und den Knies. «Ziel war es, eine Lösung zu finden, damit wir uns nicht gegenseitig das Geschäft kaputt machen», sagt Oliver Höner. «Doch die Idee kam nicht gut an. Von den Knies bekamen wir nicht einmal eine Antwort.» Auch gegenüber BLICK wollten sich Gregory und Rolf Knie nicht äussern.

Jetzt formulieren Höner und seine Crew eine richtige Kampfansage: «Wir wollen die grösste Weihnachtsshow der Schweiz werden.» Das sieht Gasser ganz anders. «Das Zirkusmachen sollten sie lieber uns Zirkusleuten überlassen. Wir wissen, wie es geht!»

Publiziert am 01.11.2014 | Aktualisiert am 01.11.2014
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12 Kommentare
  • Sascha  Landheer aus Jona
    01.11.2014
    Conelli und Salto Natale sind Weihnachts CIRCUSSE! Himmel auf Erden ist eine Weihnachts SHOW! Und ganze ehrlich, ohne der einten Produktion auf die Füsse zu stehen. Aber Conelli und Salto Natale sind Circus Leute und vorallem Dynstien. Und Himmel auf Erden ist eine einfache Produktion. Der Vorgänger Swiss Christmas war sehr schlecht siehe Besucher Zahlen. Die Zeltgrösse alleine ist nicht entscheidend. Da drein kam nie Stimmung auf. Die Show selber war auch sehr schlecht!!!
  • Michi  Martin aus Aesch
    01.11.2014
    Stelt den Himmel auf Erden auf, wohin er gehört, nach Basel, Zürich ist eh schon die Hölle. In Basel kämen Menschen bis hin von Mulhouse und Freiburg her aus F und D. Basel ist eine Grenzstadt in einer urbanen, grenzüberschreitenden Zone zum Ausland.Die Region Basel boomt, Novarts, Roche, Coop, der Flughafen ect. investieren, muss man da noch wirklich nach Zürich ?
  • Roland  Heim 01.11.2014
    Das stimmt, wenn man den Knies und den Gassern ein Email sendet, erhält man nie eine Antwort.
  • Maxi  Niederberger 01.11.2014
    gut wäre es, wenn ein Zirkus auswandern würde, z.B. nach Lichtenstein, dort gibt es auch zahlungskräftige Leute.
  • Avery  Steiner 01.11.2014
    Konkurrenz belebt das Geschäft.