Datenklau Kommt die CD aus der CS?

  • Publiziert: 02.02.2010, Aktualisiert: 13.01.2012

ZÜRICH – Der zweite Datendieb nach HSBC-Informatiker Hervé Falciani, der in einer Schweizer Bank zuschlug, ist unbekannt. Aber sein Tatort nimmt Gestalt an.

Er will der deutschen Steuerverwaltung eine Steuerdaten-CD aus der Schweiz für 2,5 Millionen Euro verkaufen. Der Informant hat zwar bisher weder einen Namen noch ein Gesicht, dafür glaubt die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» zu wissen, wo der Steuerdieb zu seiner Ware kam.

«Nach unbestätigten Informationen der F.A.Z. betreffen die Daten 1500 Bankkunden der zweitgrössten Bank der Schweiz mit Sitz in Zürich», schreibt die deutsche Zeitung heute. «Für deutsche Kunden der Credit Suisse (...) könnte es eng werden.» Die angesprochenen Kunden – von welcher Bank auch immer – haben Einnahmen am Fiskus vorbei in die Schweiz transferiert.

Banken wehren sich gegen Datenklau

Die CS teilte auf Anfrage mit, sie habe keine Hinweise auf einen Datenklau. Auch die britische HSBC-Niederlassung in Genf, bei der Hervé Falciani französische Kundendaten geklaut hatte, hat «keine Beweise» für den Vorwurf (Blick.ch berichtete).

Die UBS, die ebenfalls als Quelle genannt wurde, verfügt laut eigenen Angaben über keine diesbezüglichen Informationen. Es handle sich dabei um «Spekulation», teilte die grösste Schweizer Bank mit. (dip)

«Bild»-Kommentar

Hugo Müller-Vogg schreibt in seinem Kommentar «Kaufen, aber schnell!» in der «Bild»-Zeitung, dass Deutschland auf das Angebot des Datendiebs eingehen soll – auch wenn es unmoralisch sei. «Aber ein Staat, der Steuersünder fangen könnte und sie laufen lässt, verhält sich ebenfalls unmoralisch: Er lässt Millionen von Bürgern im Stich, die hart arbeiten und redlich ihre Steuern zahlen.»
play Kurvte der Datendieb, der Deutschland 1500 Steuersünder verkaufen will, durch die Credit Suisse? (Keystone)

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