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Grosse Zerlegung: An der wilden Party rupften Soldaten Ausgangsklamotten auseinander.Mit dem Organisieren hat es die Schweizer Armee nicht so. Sie bietet gern und oft zu viele Soldaten für RS und WK auf – um die Wehrmänner dann gleich wieder heimzuschicken.
Dafür ist das Militär beim Bestrafen umso effizienter. Wie jetzt vier Soldaten vom Kompetenzzentrum Gebirgsdienst Andermatt UR merken mussten.
Es ist der letzte WK-Abend für die drei Gebirgsspezialisten und den Truppenkoch. Sie wollen noch einmal feiern, wie sie das während drei Wochen immer wieder getan haben. Ausgelassen.
Im Restaurant «Gotthard» müssen als Erstes die Ausgangsklamotten dran glauben: Zwei Kletter-Spezialisten zerrupfen sich gegenseitig die Hemden. Ratsch – die Patten-Träger weg. Ritsch – die Brust-
taschen weg. Zack – die Ärmel weg.
Beim Koch wird das Hemd mittendurch gerissen und anschliessend wieder zusammengeknüpft. Die Party-Soldaten machen auch munter weiter, als sich gegen 22 Uhr ein Offizier in die Beiz setzt. Sie haben immer wild gefeiert. Wieso soll es diesmal anders sein?
Aber: Der Offizier kommt frisch aus der RS. Er hat die strengen Moralvorstellungen noch intus. Um 23.30 Uhr greift er ein.
Fordert die Soldaten auf, in die Kaserne zu gehen. Streng nach Befehl müssten sie schon seit 23 Uhr im Bett sein. «Wir sind sofort gegangen. Wir wollten kein Verfahren wegen Befehlsverweigerung riskieren», sagt einer der Soldaten.
Zu spät. Der junge Offizier schreibt einen Rapport: «Grober Verstoss gegen die Sorgfaltspflicht von Armeematerial und unerlaubtes Entfernen von der Truppe.»
Das Militär schlägt mit voller Härte zu: Zwei der Party-Soldaten müssen eine Woche in den Knast. Der Truppenkoch drei Tage. Alle müssen ihre Strafe nachdienstlich absitzen.
Das heisst: In einem zivilen Gefängnis – mit richtigen Verbrechern. Der Gebirgsspezialist, dessen Ausgangshemd heil blieb, kriegt 100 Franken Busse.
Das VBS bestätigt den Vorfall. Info-Chef Heer Daniel Reist: «Die Soldaten gaben ein schlechtes Bild der Armee ab. Zudem haben sie Material zerstört, das der Steuerzahler bezahlt hat. Die Strafe ist angemessen.»
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«Angemessen»: Für die zerrissenen Hemden gabs je eine Woche Knast. (Philippe Rossier)