Weil er die Vignette mit Klebefolie fixierte, bekam Pierre Koella (71) eine saftige Busse.
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Jetzt klebt sie fest! Pierre Koella fixierte die Autobahnvignette zuvor mit Selbstklebefolie, um sie leicht entfernen und ersetzen zu können. Dafür wurde er bestraft.
(Bertrand Rey)Er ärgert sich wahnsinnig. Und das sei nicht gerade gesund in seinem Alter, meint Schulfotograf Pierre Koella (71) aus Lausanne. Grund für seinen Ärger ist die saftige Strafe, die er für nicht gesetzmässiges Anbringen der Autobahnvignette an seinem Mercedes aufgebrummt bekam.
«Ich habe sie zwar am korrekten Ort platziert, aber mit Selbstklebefolie befestigt», erklärt Koella. Damit verstösst er gegen das Gesetz. Anfang Juni ist er am Genfer Grenzübergang Bardonnex angehalten worden. «Da waren viel mehr Zollbeamte als üblich. Sie haben mein ganzes Auto durchsucht, sogar mit Spürhunden.»
Die Zöllner bemängeln Koellas Autobahnvignette. Er muss vor Ort 500 Franken Busse hinterlegen. Dabei wollte Koella sich eigentlich nur lästige Handarbeit ersparen. «Ich finde es jedes Jahr mühsam, mit einer Rasierklinge die alte Vignette wegzuschaben. Ich bin ja auch nicht mehr der Jüngste – man schneidet sich in die Finger und die Autoscheibe wird auch zerkratzt.»
Trotzdem macht das Gesetz vor Koella nicht halt. Letzte Woche flattert der Strafbefehl der Bundesanwaltschaft bei ihm ins Haus. Wegen «Fälschung amtlicher Wertzeichen» wird er zu einer bedingten Strafe von zehn Tagessätzen à 30 Franken und Busse von 200 Franken verdonnert. Zusätzlich zu den 500 Franken, die er schon bezahlt hat.
Der Schulfotograf versteht die Welt nicht mehr. «Ich habe es in meinem Alter doch nicht mehr nötig, eine Vignette zu fälschen. Hier wird die Grenze des Grenzwertigen überschritten!», findet der Westschweizer.
«Ich habe mich mit dem Rechtsschutz des TCS in Verbindung gesetzt, auch an dem Tag, als ich am Zoll festgehalten wurde. Sie haben mir geraten, freundlich zu bleiben, um so die Busse runterzudrücken. Hat aber nichts gebracht.» Koella will gegen das Urteil auf jeden Fall Berufung einlegen. «Die Aussichten auf Erfolg sind gering. Denn rechtlich gesehen war die Vignette falsch angebracht», räumt der 71-Jährige ein. «Dennoch: Dass man wegen so etwas als Schwerverbrecher hingestellt wird und in den Knast wandern könnte, ist doch einfach nur lächerlich.»
Jährlich stehen Autofahrer vor dem gleichen Problem: das lästige Entfernen der ausgedienten Autobahnvignette. Etliche Tipps dazu findet man im Internet. Besonders beliebt sind der Föhn, die Rasierklinge oder das Schweizer Sackmesser. Auch für die nervigen Klebereste auf der Scheibe findet man die Lösung: Nagellackentferner oder Brennsprit helfen hier. Sollte das alles nicht klappen, kann man einen netten Tankwart um Hilfe bitten.
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