BERN – Immer mehr Schweizer klagen nach dem Pieks über starke Nebenwirkungen. Swissmedic sah sich veranlasst, für alle drei Impfstoffe einen neuen Warnhinweis herauszugeben.
Nicht nur das H1N1-Virus breitet sich weiter aus, sondern auch die Nebenwirkungen nach der Impfung. Bereits gingen fast 180 Meldungen über gesundheitliche Komplikationen nach dem Pieks bei
Swissmedic ein, wie deren Pressesprecher Joachim Gross gegenüber Blick.ch. bestätigt. Das entspricht einer Verdoppelung der Meldungen unerwünschter Nebenwirkungen innert zehn Tagen (89 Meldungen bis 21. November).Die meisten Nebenwirkungen betreffen Fieber, Kopf, Muskel- und Gelenkschmerzen. Zunehmend ist aber auch die Zahl schwerwiegender Reaktionen, etwa starke Ausbrüche von Allergien. Bereits mussten in der Schweiz deswegen zwei Personen hospitalisiert werden (Blick.ch berichtete). In Einzelfällen führte die Grippe-Injektion sogar zu kurzzeitigen Ohnmachtsanfällen.Der Wirkverstärker rächt sichDamit nicht genug: Jetzt rächt sich auch, dass in der Schweiz alle drei Impfstoffe (Pandemrix, Focetria und Celtura) nur mit einem sogenannten Wirkverstärker (Adjuvans) auf dem Markt sind.Deswegen sah sich Swissmedic am Montag genötigt, eine neue Warnung an die impfenden Ärzte herauszugeben: Personen mit schweren Autoimmunerkrankungen (unbekannte Fehlfunktion des Immunsystems) sollen nicht geimpft werden, da bei ihnen wegen dem Wirkverstärker gefährliche Komplikationen auftreten können. Unter anderem kann es zu Lähmungserscheinungen kommen.Dritte Warnung zur ImpfungDies ist bereits die dritte Warnung, die im Zusammenhang mit den Impfstoffen bekannt wird. Bei Pandemrix und Focetria besteht eine Eiweiss- und bei Celtura eine Tierhaar-Allergie.Unterdessen hat sich die Zahl der Schweinegrippe-Toten in der Schweiz auf fünf erhöht. Letzte Woche starb eine 81-jährige Frau an den Folgen der Viruserkrankung.